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Austro-Daimler

Die Österreichische Daimler Motoren Gesellschaft - besser bekannt als Austro-Daimler - war einst Österreichs größter Fahrzeugbauer. Sie wurde 1899 als Tochterfirma von Daimler Cannstatt gegründet und erreichte bald weltweit anerkannte Erfolge unter der Führung von Prof. Ferdinand PORSCHE, der 17 Jahre als Direktor seinen ungeheuren schöpferischen Tätigkeiten freien Lauf gab. Zugmaschinen, Lastwagen, Autobusse, Personenwagen, Sport und Rennwagen, Boots– u. Flugmotore, sowie Schienenfahrzeuge wurden in Wiener Neustadt gebaut. Bis zu 5.500 Mitarbeitern bot die innovative Firma einst eine Arbeitsstätte. Großartige Konstruktionen wurden geschaffen, unzählige Rennerfolge sprechen für sich. Wegen der positiven Auswirkung der Siege auf den Ruf Österreichs erlaubte der österreichische Kaiser Franz Joseph dem Unternehmen 1911 sogar, den kaiserlichen Doppeladler im Firmenwappen zu verwenden. Infolge der Weltwirtschaftskrise 1929 wurde der Betrieb 1934 fusioniert, zur Steyr Daimler Puch AG umbenannt und nach Steyr abgesiedelt. (Quelle: Austro-Daimler)

Kinderstar Jackie Coogan besaß bereits im zarten Alter von 5 Jahren einen Austro-Daimler Baujahr 1925, der vor allem in den USA ein sehr seltenes und auffälliges Fahrzeug war.

Modelle des Herstellers

ADR

Baujahr: 1927

Der erste Oberklasse-Wagen von Austro Daimler hatte einen Leichtmetall-Motor und eine Nockenwelle, die durch eine Königswelle angetrieben wurde.

ADR BERGMEISTER ARMBRUSTER

Baujahr: 1934

Bild Austro-Daimler ADR Bergmeister Armbruster 1934 1

Das hier gezeigte Auto ist ein Show-Fahrzeug, das von der Firma Armbruster mit einer beeindruckenden Cabriolet-Karosserie versehen wurde. Dieses Unikat, das man in den 1960er Jahren entdeckte, wurde von 2007 bis 2011 bei Egon Zweimüller in mehr als 10.000 Arbeitsstunden restauriert und errang 2011 in Pebble Beach glatte 100 Punkte. Zusätzlich wurde der Wagen im selben Jahr vom Classic-Car Club of America zum "Best Classic Car 2011" gewählt. Inhaber ist Dr. Wolfgang Porsche. (Quelle: Schloss Bensberg Classics 2015)

ADR SPORT

Baujahr: 1929 - 1931

Nachfolger: Austro-Daimler ADR Bergmeister

ADS R
'Sascha'

Baujahr: 1918 - 1922

Bild Austro Daimler ADS R Sascha 1922 1

Zu Beginn der 1920er Jahre war das Automobil noch ein Luxusobjekt. Ferdinand Porsche, damals Direktor bei Austro Daimler, träumte allerdings von einem sportlichen Kleinwagen. Porsches Entwicklung eines leichten "Volks-Rennwagens" wurde von der Geschäftsleitung von Austro-Daimler zunächst abgelehnt, da sie in den schlechten Nachkriegszeiten nicht an dessen Erfolg glaubten. Einen Unterstützer fand Porsche dann aber in Alexander Joseph Graf Kolowrat-Krakowsky, genannt "Sascha", der Filmproduzent in den USA war und dort die Erfolge von leichten Ford-Rennwagen miterlebt hatte. Der finanzierte den Bau mehrerer Prototypen. Da Sacha ein begeisterter Hobbyrennfahrer war, wurden diese Protoypen als Sportwagen eingesetzt. Vier Stück erhielten je eine Kartenfarbe.

1922 nahmen vier Sascha-Rennwagen am wichtigsten Sportwagenrennen dieser Zeit, der Targa Florio in Sizilien teil. Alle kamen ins Ziel, der spätere Mercedes-Benz-Rennleiter Alfred Neubauer errang mit einem von ihnen den 19. Platz in der Gesamtwertung. Insgesamt errangen Sascha-Rennwagen allein 1922 bei 52 Starts 51 mal den Sieg.

Zwei Sascha-Rennwagen sind heute im "Prototyp" von Thomas König und Oliver Schmidt in Hamburg zu sehen. Bei unserem Besuch waren sie gerade nicht in der Ausstellung, deshalb haben wir ein Wandbild abfotografiert.

(Quellen: 1.) "Die Porsche-Saga" von Stefan Aust und Thoman Ammann, ISBN 978-3-86995-014-3), 2.) Automuseum Prototyp, Hamburg)

BERGMEISTER

Baujahr: 1931 - 1935

Bild Austro Daimler Bergmeister 1935 1

Vorgänger: Astro-Daimler ADR Sport (1929-1931)

Hans Stuck errang mit einem Bergmeister viele Siege bei Bergrennen.

LANDWEHR-TRAIN

Baujahr: 1913

Die Besonderheit des nach einer Idee des k.u.k. Obersten des Generalstabs Ottokar Landwehr von Ferdinand Porsche entwickelten Landweh-Trains war, dass der Motor-Zugwagen einen 150 PS starken Benzinmotor hatte, an den ein Generator angehängt war, der Strom für bis zu 5 selbstfahrende Anhängern lieferte. Wenn Brücken mit begrenzter Tragfähigkeit überquert werden mussten, passierte zuerst die Zugmaschine alleine, wobei sie ihr Kabel zu den Anhängern entsprechend verlängern konnte. Nach und nach folgten dann in dem gleichen Verfahren die einzelnen Anhänger, die nach Überqueren der Brücke wieder aneinander gekoppelt wurden, so dass der ganze Zug seine geschlossene Fahrt fortsetzen konnte. Der Landwehr-Train verfügte mit 30 Tonnen über die doppelte Nutzlast von normalen Sattelschleppern und war diesen daher weit überlegen.

PRINZ HEINRICH WAGEN

Baujahr: 1910

Ferdinand Porsche konstruierte diesen 4-sitzigen Rennwagen, um an der von dem begeisterten Rennfahrer Prinz Albert Wilhelm Heinrich von Preußen gestifteten Langstreckenrennen für Tourenwagen teilzunehmen.

Austro Daimler nahm mit 10 Wagen an dem Rennen teil, das vom Kaiserlichen Automobilclub in Deutschland ausgerichtet wurde und von Berlin über Straßburg nach Bad Homburg v.d. Höhe führte. Sie errangen die ersten drei Plätze, wobei der Siegerwagen von Ferdinand Porsche persönlich gefahren und von Prinz Heinrich persönlich eingewinkt wurde.

Einen der Prinz Heinrich Wagen fand der österreichische Oldtimerspezialist, der im Auftrag des Porsche-Enkels Ernst Piech danach gesucht hatte, tatsächlich wieder. Nach der originalgetreuen Restaurierung nahm Ernst Piech damit an mehreren Prinz-Heinrich-Gedächtnisfahrten und am Festival of Speed in Goodwood teil, das der autoverrückte Earl of March einmal im Jahr auf seinem Familiensitz durchführt.

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