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Borgward

Carl Borgward arbeitete seit 1919 in einer Reifenfirma in Bremen, die er bereits 1920 übernommen und in „Bremer Kühlerfabrik Borgward & Co.“ umbenannt hatte.

Sein Erstlingswerk war ein dreirädriger motorisierter Transportwagen namens Blitzkarren. Sein Geschäftspartner und Teilhaber Wilhelm Tecklenborg (1882-1948, entstammte der Techlenborg-Werft, die große Segeschiffe wie die noch heute in Betrieb befindliche "Krusenstern" baute) half ihm sehr wesentlich bei der Vermarktung, indem er Borgward einen Großauftrag der Deutschen Reichspost verschaffte. Dieser war auch Ausgangspunkt für die erste Expansion Borgwards, denn für die weitere Produktion des Blitzkarrens gründete er 1928 eigens die Goliath-Werke und nannte sein Dreirad analog dazu nun Goliath. Ein Jahr später folgte die Übernahme der fusionierten Firmen Hansa und Lloyd, so dass die Borgward-Gruppe fortan aus drei Marken bestand. Daraus entwickelte sich die Hansa-Lloyd-und Goliath-Werke Borgward & Tecklenborg oHG, die 1931 den dreirädrigen Kleinwagen Goliath Pionier auf den Markt brachte. Auf Betreiben des persönlich haftenden Gesellschafters Wilhelm Tecklenborg, der sein Privatvermögen aus dem Risiko lösen wollte, wurde die Gruppe mit Hilfe von 4 weiteren Bremer Kaufleuten als Aktionären in die Hansa-Lloyd-Goliath-Werke AG umgewandelt. Borgward wollte jedoch allein der Herr im Hause sein und löste die AG wieder auf. Nachdem Borgward seine Nähe zur NSDAP erkennen ließ, in die er 1938 auch eintrat, schied Wilhelm Tecklenborg 1937 gegen eine Abfindung von 4 Mio. RM aus der Firmengruppe aus.

Der Krieg wurde für die 1938 in Carl F. W. Borgward GmbH umbenannte Gruppe zum einschneidenden Erlebnis: die für die Produktion der Marken Hansa und Lloyd gebaute Fabrik in Bremen wurde ebenso stark zerstört wie das Goliath-Werk. Zudem befand sich der Firmenpatriarch bis 1948 in Kriegsgefangenschaft.

Wiederaufbau nach dem Krieg

Nach der Rückkehr zerschlug Borgward seine eigene Gruppe, um fortan die selbstständigen Firmen Borgward, Goliath und Lloyd zu führen. Hansa wurde neben den vorgenannten als zusätzliche Marke vorgestellt. In der Zeit bis 1960 verwöhnte Borgward seine Kundschaft mit einer beeindruckenden Modellvielfalt. Der begeisterte Ingenieur hatte seine Stärken eher am Zeichenbrett als an der Rechentafel, und so produzierte er Modell um Modell, ohne auf die angesichts kleiner Stückzahlen horrenden Produktionskosten zu achten. Dabei entstanden eine Reihe bemerkenswerter Autos wie der Lloyd LP 300, ein „Verwandter“ des Trabant und der Borgward Isabella. Borgward versuchte sich zudem in der Hubschrauberproduktion, wo er über Prototypen aber nicht hinaus kam, und im Motorsport.

Borgward wollte mit seinem nur von ihm geführten Unternehmen mit Konzernen wie Mercedes-Benz konkurrieren. Ende 1960/Anfang 1961 kam es unter großer öffentlicher Anteilnahme und unter teilweise dubiosen Umständen zum Konkursverfahren. Eigenartig war schon allein, dass ein Aufsichtsratsmitglied gleichzeitig im BWM-Vorstand saß und dadurch alle wichtigen Informationen bekam. BMW und Mercedes-Benz sollen gemeinsam die Deutsche Bank mit der Androhung unter Druck gesetzt haben, ihre Konten abzuziehen, wenn dem Konkurrenten Borgward nicht die Kreditlinien gestrichen würden. Diesem Ansinnen ist die Deutsche Bank gefolgt, so dass Borgward am Ende war.

Dass dieser Konkurs nicht nötig gewesen wäre, ist dadurch belegt, dass die Gläubiger zu 100 % befriedigt werden konnten. Und kurz nach der Schließung von Borgward brachte auffälligerweise BMW mit dem 1500 ein Modell heraus, das exakt für die Zielgruppe von Borgward genacht war: aufstrebende und erfolgreiche junge Leute, die gerade nicht das Image von behäbigen Mercedes-Fahrern haben wollten.

Ende der 60er Jahre wurden nach der Übernahme der Markenrechte in Mexiko Borgward Autos hergestellt, diese Episode endete aber auch recht bald.

2015 wurde bekannt, dass eine Enkel von Carl Borgward mit einem Partner plant, die Marke wieder aufleben zu lassen. Siehe hierzu in unserem Magazin den Beitrag "Borgward kommt zurück"!

Modelle des Herstellers

1500 RS

Baujahr: 1958

Bild Borgward 1500 RS 1958 1

Diese Weiterentwicklung des Borgward Hansa RS 1500 RS von Prof. Focke sollte Borgward im Wettbewerb gegen Porsche den Durchbruch verschaffen. Wie der Mercedes 300 SL verfügte er aus Gewichtsgründen über einen Gitterrohr-Rahmen.

Mit den Werksfahrern Hans Herrmann und Joakim Bonnier nahm er 1958 an zahlreichen Rennen, vor allem Bergrennen teil. Beim AVUS-Rennen 1958 führte Jo Bonnier bis zur letzten Runde, in der er jedoch von Jean Behra in einem Porsche RSK überholt wurde und mit einem Rückstand von nur 0,8 Sekunden Zweiter wurde.

ARABELLA

Baujahr: 1960 - 1962

Bild Borgward Arabella 1960-1962 1

Das Fahrzeug wurde von 1959 bis 1963 auch als "Lloyd Arabella" mit 38 PS und in einer Sparversion mit 34 PS angeboten. Lloyd gehörte ebenfalls zur Borgward Gruppe. Die Gesamtstückzahl aller Arabella-Typen betrug 47.080.

Von einem Coupe des Borgward Arabella de Luxe, das auf der IAA 1959 vorgestellt wurde, aber nicht in Serie ging, wurden zwei Protoypen gebaut.

B 1500 FRONTLENKER

Baujahr: 1958 - 1961

B 611 KLEINBUS

Baujahr: 1958 - 1962

Bild Borgward B 611 Kleinbus 1958-1962 1

Der B 611 hatte den Motor von der Isabella. 2014 sind nur noch 4 Stück bekannt.

HANSA 1100

Baujahr: 1937

HANSA 1500

Baujahr: 1949 - 1954

Bild Borgward Hansa 1500 1949-1954 1

1949 sorgte Carl Borgward auf dem Genfer Automobilsalon mit dem neuen 1500 für großes Aufsehen. Der Wagen war nicht nur der einzige, nach dem Zweiten völlig neu entwickelte Fahrzeug, sondern es besaß auch die erste deutsche Ponton-Karosserie nach amerikanischem Vorbild. Bis Herbst 1950 hatte der Wagen nur 48 PS. Der Preis betrug 7.600 (1949) bzw. 8.480 (1954) DM. Nachfolger wurde die Isabella.

HANSA 1500 COUPE

Baujahr: 1954

HANSA 1500 KOMBI

Baujahr: 1950 - 1952

HANSA 1500 RENNCOUPE

Baujahr: 1954

Diese beiden Fahrzeuge wurden auf der Basis des Borgward Hansa 1500 Sportcoupe als "Renncoupés" mit Rennsportmotoren ausgerüstet worden und nahmen 1953 an den 24 Stunden von Le Mans teil.

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