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Checker

Die Geschichte der Checker Motors Corporation ist ein wahrer Wirtschaftskrimi und gäbe exzellentes Material für einen Hollywood-Reißer ab. An dieser Stelle soll es jedoch beim Blick auf die Fakten bleiben – die Anekdoten würden den vorhandenen Rahmen sprengen.

Morris Mirkin hieß der Mann, mit dem alles begann. Wie die Jungfrau zum Kinde kam der Tuchmacher ins Autogewerbe, als er eher zufällig einen Karosseriebauer übernahm. Da dessen Auftraggeber, die Commonwealth Cab Company, nahezu zahlungsunfähig war, hätte Mirkins Ausflug in die Welt des Chroms und Lacks ein sehr kurzer werden können, hätte er die Commonwealth nicht einfach mit übernommen. Was jetzt noch fehlte, war ein Auftrag und der kam von einer Firma namens Checker Taxi. Mirkin verschmolz 1922 seine zwei Firmen, nannte sie in Anlegung an den Auftraggeber Checker Cab Company und war mit einem Male Taxi-Produzent (der Name Checker führte anhand des englischen Wortes für Schachbrett (Checker Board) zum Logo der Firma). Schon bald erkannte er, dass man mit dem Verkauf von Taxen gute Geschäfte machen konnte, mit dem Verleih von Taxen aber noch viel bessere. Er übernahm also auch seinen ehemaligen Auftraggeber, die Checker Taxi, und vermiete sich seine eigenen Taxen. Ein typisch amerikanisches Geschäftsmodell halt und für Checker ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Taxi-Giganten.

Ein solcher war übrigens zu diesem Zeitpunkt die Firma Hertz, die dem Verleihen treu blieb, aber irgendwann den Taxi-Sektor verließ. Noch aber war man Marktführer und wollte nicht so ohne weiteres aufgeben, wovon auch ein Bombenanschlag auf Mirkins Wohnaus Zeugnis ablegte.

Krieg gegen Hertz gewonnen

1929 zog sich Patriarch John Hertz jedoch zurück, Mirkin übernahm – teilweise über Umwege – einen entsprechenden Teil der Anteile und somit die Kontrolle über Hertz’ Yellow Cab. Die Kriege mit Hertz und anderen Konkurrenten waren es auch, die zahlreiche Schlagzeilen produzierten und deutlich machten, dass Wirtschafts- und Bandenkriege im Amerika der damaligen Zeit zumindest große Parallelen zueinander aufwiesen.

Bis 1970 war Checker die Nummer eins im Taxigeschäft der USA. Sowohl in der Produktion, als auch im Betrieb erwirtschaftete das Unternehmen (bzw. die Dachgesellschaft Parmalee) gute Gewinne, so dass Anfang der 60er Jahre der Einstieg in einen neuen Geschäftszweig gewagt wurde. Autos für Privatpersonen wurden fortan gebaut. Gute 20 Jahre lang zumindest, bis die notwendigen Kosten für eine Fabrikmodernisierung auf dem Tisch lagen. Diese waren der Unternehmensführung (Mirkin selbst war 1970 gestorben) zu hoch, die Privatauto-Produktion wurde aufgegeben.

Während der 90er Jahre kam es zu diversen Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur von Checker. Andere, neu gegründete Gesellschaften kümmern sich um Taxi-Produktion und –Betrieb. Die Checker Motors Corporation ist als Karosserielieferant tätig – der Kreis hat sich somit geschlossen.

Modelle des Herstellers

AEROBUS A WS

Baujahr: 1962

Bild Checker Aerobus A WS 1962 1

Gestreckte Version des Checker Taxis mit verlängertem Radstand und der Besonderheit, dass jede der 4 Sitzreihen links und rechts eine eigene Tür hatte. Dazu kam natürlich noch eine Kofferraumklappe. Der Checker Aerobus kam nicht nur auf Flug- und Bahnhöfen zum Einsatz, sondern er war auch bei Hotels und Reiseveranstaltern, die viele Personen gleichzeitig zu transportieren hatten, sehr beliebt.

MARATHON

Baujahr: 1964 - 1982

Bild Checker Marathon 1964-1982 1

Checker beherrschte den Taxi-Markt von New York von 1922 bis 1982. Erst danach verlor er die Marktführerschaft an Ford.

Checker Motors beschränkt sich seitdem darauf, vor allem für General Motors Zuliefer-Teile zu fertigen.

MARATHON A 10 W

Baujahr: 1962 - 1964

Der russischen Immigrant Morris Markin gründete 1922 in Kalamazoo, Michigan die Plancherel Checker Cab Manufacturing Company, die den "Checker Cab" baute und später in Checker Motors Corporation umbenannt wurde.

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