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De Lorean

Die Geschichte eines Herstellers, der nur ein einziges Modell produziert hat, kann zwar eigentlich nicht besonders lang sein – dafür aber sehr interessant.

Die Geschichte der Marke De Lorean ist die Geschichte ihres Gründers John De Lorean. Dieser machte bei General Motors eine rasante Karriere, die ihn Anfang der 70er Jahre bis auf den Vize-Präsidentschafts-Posten brachte. Der damals 47jährige schien eine großartige Laufbahn vor sich zu haben – bis er hinschmiss und bei GM kündigte. Intern hatte De Lorean immer wieder starke Kritik an Entscheidungs- und Produktionsprozessen geäußert, 1972 beschloss er, der Welt zu zeigen, dass er es besser hinkriegen würde als der Gigant GM.

1975 gründete er die De Lorean Motor Company. Sitz war (natürlich) Detroit, aber bei der Suche nach einem geeigneten Produktionsstandort begann bereits der Krimi. De Lorean war sich der anfallenden Kosten für die Erstellung einer Fabrik durchaus bewusst und daher auf der Suche nach öffentlichen Geldern. Er beschloss also, sich mit Regionen mit einer besonders hohen Arbeitslosigkeit zu beschäftigen und mit den entsprechenden Regierungen über Zuschüsse zu verhandeln. Einer seiner Gesprächspartner war dabei die Rebublik Irland die allerdings ablehnte. Nicht so die britische Regierung, die mit De Lorean hinsichtlich eines Standortes in Nordirland verhandelte. Der Automanager geriet somit gleich in ein soziales Pulverfass, denn die britische Regierung wollte mit zusätzlichen Jobs eine weitere Unterstützung der IRA verhindern. Daher wurde De Lorean auch eine Region angeboten, in der Katholische und Protestantische Bevölkerungsgruppen aufeinander prallten, die Ortschaft Dunburry. Dass die Fabrik gar eigene Eingänge für beide Konfessionen hatte, ist allerdings eher ein Mythos.

Kompromiss statt Superauto

1978 wurde mit dem Bau begonnen, die Konzeption für das neue Auto war zu diesem Zeitpunkt theoretisch schon weit fortgeschritten. Aber eben nur theoretisch, denn die 1977 fertig gestellten Prototypen erwiesen sich als vollkommen unzulänglich. Der De Lorean musste also wieder zurück aufs Zeichenbrett – mit der Vorgabe innerhalb von zwei Jahren serientauglich zu sein. Mit Lotus fand sich nur eine Firma, die sich dies zutraute. Sie bekam den Auftrag und entwickelte anstelle des von John De Lorean erträumten Superautos lediglich einen Kompromiss aus neuen Ideen und fertigen Lotus-Konzepten. Der finanzielle Druck war jedoch so groß, dass dieses Auto in die Produktion ging und – da ausreichende Tests kaum möglich waren – mit zahlreichen Mängeln hergestellt wurde.

Dass der internationale Automarkt 1980 zu einer seiner größten Krisen ansetzte, war für De Lorean erstmal irrelevant. Durch prominente Investoren (z.B. Sammy Davis jr.) war die Publicity in den USA so groß, dass noch vor Fertigstellung des ersten Modells zig Millionen in die leeren Kassen gespült worden – nur durch Vorbestellungen. Dieses Strohfeuer erlosch jedoch umgehend und nun ging es Schlag auf Schlag. Die neue Regierung Thatcher stand dem Projekt eher skeptisch gegenüber, die Nachfrage brach praktisch komplett weg und aufgrund des viel versprechenden Starts war die Produktion fast verdoppelt worden. 1982 stellte die Britische Regierung Konkursantrag, von den bis dahin gefertigten 8.500 Modellen war gerade einmal die Hälfte verkauft. Doch die Geschichte ist damit noch nicht ganz zu Ende. Auf der Suche nach frischem Geld war De Lorean 1982 an einen ehemaligen Drogenhändler geraten, der ein Konzept entwickelte, nach welchem Drogengelder in De Lorean investiert und somit gewaschen werden sollten. De Lorean stimmte zu und musste nun leider erkennen, dass der mutmaßliche Investor ein FBI-Agent war. De Lorean wurde verhaftet und angeklagt, jedoch mit dem Hinweis, er habe nur aus Angst um seine Familie zugestimmt, freigesprochen.

1985, also drei Jahre nach Produktionsende, schaffte der De Lorean DMC-12 dann seinen internationalen Durchbruch. In der Filmtriologie „Zurück in die Zukunft“ ermöglichte er Michael J. Fox Zeitreisen und war somit in aller Munde. Den dadurch erreichten Bekanntheitsgrad hat der De Lorean bis heute nicht verloren und so wurden die seinerzeit nicht verkauften Autos restauriert und modernisiert und werden heute von einer Nachfolgefirma, die ebenfalls De Lorean Motor Company heißt, zum Verkauf angeboten.

Modelle des Herstellers

DMC-12

Baujahr: 1980 - 1983

Bild De Lorean DMC-12 1980-1983 10

Dies ist der einzige Fahrzeugtyp, der von De Lorean hergestellt wurde. Er war aus rostfreiem Stahl, hatte Flügeltüren und wurde durch die Filmserie "Zurück in die Zukunft" (1985 - 1990) bekannt, in dem er von Michael J. Fox gefahren wurde (Fotos 11 und 12).

Aber Anspruch und Wirklichkeiten wichen zu stark voneinander ab. Die Motorisierung der eigenwilligen und viel versprechenden Karosserie wurde als zu schwach empfunden, der Wagen als "Schaf im Wolfspelz" verspottet. Dazu kam das eigenartige Finanzgebaren des Inhabers de Loran, so dass die Firma De Lorean Motor Company 1983 geschlossen werden musste.

Sammy Davis jr., der auch zu den Investoren der Firma gehörte, fuhr eins dieser seltenen Autos.

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