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Delaunay-Belleville

Die S.A. des Automobiles Delaunay-Belleville wurde 1903 von Louis Delaunay-Belleville im französischen St. Denis gegründet und war der Rechtsnachfolger eines bereits seit 1860 bestehenden Unternhemens, das Dampfkessel herstellte. Aufgrund der hervorragenden Arbeit des Konstrukteurs Marius Barbarou verfügten die ab 1904 produzierten Autos über eine außergewöhnliche Laufruhe. Diese Eigenschaften machte die aufwendig hergestellten Autos sehr begehrt und teuer. Sie gehörten zu den prestigeträchtigsten Fahrzeugen der Welt. Ein Delaunay-Belleville war damals so teuer und angesehen wie ein Rolls Royce Silver Ghost.

Wegen ihrer Vibrationsarmut galten die Fahrzeuge von Delaunay-Belleville in ihrer Epoche als ungewöhnlich komfortabel. Innerhalb weniger Jahre avancierte man zu einem der führenden französischen Anbieter von Luxuslimousinen und fand sogar in russischen Zar Nikolaus II. einen glühenden Verehrer. Auch der Griechische König George I. und der Spanische Monarch Alphonso XIII. besaßen Fahrzeuge von Delaunay-Belleville.

Doch bereits nach rund 25 Jahren hatte die Herrlichkeit ein Ende. Im Angesicht der sich abzeichnenden Weltwirtschaftskrise sank Ende der 20er Jahre der Absatz der Wagen, Delaunay-Belleville musste auf Militär- und Nutzfahrzeuge ausweichen, um überhaupt zu überleben.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde die Produktion für eine kurze Zeit fortgeführt, 1948 erfolgte jedoch die Übernahme durch Rovin, der die Marke auslaufen ließ.

Der Name "Delaunay" erlangte auch auf auf anderen Gebieten Berühmtheit: der französische Impressionist Robert Delaunay wurde als "Eifelturm-Maler" bekannt. Sein Sohn Jean Delaunay war nach dem Zweiten Weltkrieg Inhaber der französischen Schallplattenfirma "Vogue", welche Interpreten wie Francoise Hardy oder Udo Jürgens unter Vertrag hatte.

Modelle des Herstellers

12CV

Baujahr: 1910

Dieses Luxusfahrzeug erlangte vor allem dadurch traurige Berühmtheit, dass der Verbrecher Jule Bonnot damit im Dezember 1911 erstmals ein Automoil bei einem Banküberfall einsetzte.

40/50 HP O6

Baujahr: 1913 - 1916

F6 BUS

Baujahr: 1909

Bild Delaunay-Belleville F6 Bus 1909 1

Der Delaunay-Belleville Bus war bei den Nobelhotels in Nizza bis 1914 das beliebteste Gefährt, mit dem die Gäste vom Bahnhof abgeholt und ins Hotel chauffiert wurden.(Quelle: Collection Schlumpf, Mulhouse, Frankreich)

H4 COUPE CHAUFFEUR

Baujahr: 1908

Bild Delaunay-Belleville H4 Coupe Chauffeur 1908 1

Wir danken M. Sébastien Richer für das Foto!

Die Karosserie wurde von Belvalette gebaut.(Quelle: Sébastien Richer, Angers, Frankreich)

HB6 COUPE CHAUFFEUR

Baujahr: 1912

Bild Delaunay-Belleville HB6 Coupe Chauff.1912 1

Die 75 Stück dieser Serie trugen die Chassis-Nummern 5683 bis 5757. Die Karosserie des blauen Fahrzeugs (Chassis- und Motornummer 5704) wurde von Belvalette gebaut. Ein weiteres, ähnlich aussehendes Exemplar dieser Serie mit der Chassis-Nr. 5726 und einer Karosserie von Pringet befindet sich in einer Sammlung in Argentinien. Zwischen 1911 und 1914 wurden insgesamt 1308 Fahrzeuge mit diesem Chassis hergestellt.(Quelle: Sébastien Richer, Angers, Frankreich).

Konstruktiv ist dieser Wagentyp seiner Zeit weit voraus: Die Verlagerung des Getriebes nach hinten dient dazu, die Gewichte gleichmäßiger auf die gesamte Karosserie zu verteilen. Das Motor-Kurbelgehäuse war aus Aluminium, was die Hersteller anderer Luxuskarossen erst in den 1920er Jahren nachahmten. (Quelle: Automobile Raritäten Eberhard Thiesen KG, Hamburg)

HB6 LANDAULET

Baujahr: 1911

HC4 COUPE CHAUFFEUR

Baujahr: 1912

Bild Delaunay-Belleville HC4 Coupe Chauffeur 1912 1

Wir danken M. Sébastien Richer für das Foto!

R16

Baujahr: - 1948

Die letzte Serie von Delaunay-Belleville war im Prinzip eine Kopie der Mercedes-Benz 230er Serie. Nach der Übernahme durch Rovin 1948 wurde die Marke Delaunay-Belleville eingestellt.

SEDANCE DE VILLE

Baujahr: 1912

Bild Delaunay-Belleville Sedance de Ville 1912 1

Die Karosserie dieses Delaunay-Belleville wurde von Alfred Belvalette gebaut.

(Quelle: Sports and Classics, Düsseldorf)

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