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Enka

Tschechischer Kleinwagenhersteller von ca. 20 kompakte Fahrzeugen, die von 1926 bis 1929 in der Spezialwerkzeuge-, Maschinen- und Gerätefabrik in Kosar gebaut wurden. Der Name "Enka" leitet sich aus den Initialen der Nachnamen des Ingenieurs Bretislav Novotny (1892-1965, "N") und des Industriellen Frantisek Kolanda ("K") ab, so dass aus NK der Firmanname "Enka" gebildet wurde.

Novotny hatte schon 1922 sein erstes Fahrzeug, den "NOVO" (abgeleitet von Novotny) mit 2 Zylinder-Zweitaktmotor und 770 ccm herausgebracht, damit aber keinen Erfolg. Mit dem nächsten Versuch zum Bau eines Volksautos brachte Novotny den "Omega" mit einem 4 Zylinder-Zweitaktmotor und 600 ccm heraus. Der wurde unter dem Namen "Disk" in einer Waffenfabrik bei Zbrojovka gebaut. Auch dieses Auto konnte sich nicht durchsetzten, so dass sich Novotny im Ausland nach Erfahrungen anderer Autohersteller umsah.

Während eines Studiums in Deutschland und Frankreich entwarf er einen drei Meter langen, türenlosen Kleinwagen mit 2 Sitzen und einem luftgekühlten 1 Zylindermotor mit 350 ccm, der von 1926 bis 1927 in der Werkstatt der Firma Varvazovsky in Prag-Holešovice hergestellt wurde. Die Produktion wurde später in die Firma Kosar in Kobylisy verlegt, wo der 350 ccm-Motor durch einen 500 ccm-Motor ersetzt wurde. In dieser Zeit bekamen Novotny und Kosar Kontakt zu Frantisek Kolanda, der aus einer Prager Druckerei-Familie stammte und seine wirtschaftlichen Erfahrungen sowie frisches Kapital mitbrachte. Damit war es möglich, dass die Firma in neue Räumlichkeiten in Prag-Karlin im Industriezentrum Strasburk unziehen konnte. Die Firma nannte sich nun „Automobilfabrik F.Kolanda u. Co.“ (Továrna na automobily F. Kolanda). Dort entstand der Kleinwagen Enka, der allerdings statt der geplanten 150 Stück nur 20 mal gebaut wurde.

Die Aero-Autowerke warben Novotny ab und bauten den früheren Enka unter dem Namen "Aero 500" weiter.

Quelle: Jan Tucek, „Malem zapomenuta Enka“, Automobil Revue, 1998 / 11, Prag, zitiert in Zwischengas Newsletter v.10.06.2014

Modelle des Herstellers

500

Baujahr: 1928 - 1929

Der Wagen rechtsgesteuerte hatte nur eine Tür auf der Fahrerseite sowie im Heck eine Klappe mit "Schwiegermuttersitz".

Ein elektrischer Anlasser, Bosch-Scheinwerfer und ein Tachometer mit Uhr gehörten zur Standardausrüstung. Dagegen mussten Stossdämpfer, eine elektrische Hupe und ein Türschloss sowie ein Hardtop mit Schiebefenster oder eine gedeckte Ladefläche als Sonderausstattung bestellt werden.

2014 sind noch 4 Enka-Eemplare bekannt, einer davon mit einer Karosserie von Weymann.

Quelle: Jan Tucek, „Malem zapomenuta Enka“, Automobil Revue, 1998 / 11, Prag, zitiert in Zwischengas Newsletter v. 10.06.2014

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