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Morris

William Morris begann seine Tätigkeit in der „Fortbewegungs-Branche“ mit der Herstellung von Fahrrädern. 1910 beschloss er dann, auf den inzwischen in Gang gekommenen Autozug aufzuspringen und ein kleines, kompaktes Automobil herzustellen. Benannt nach dem Stammsitz der Firma verließ 1913 der Morris Oxford die Fabrikationsstätte und bekam alsbald den Spitznahmen „Bullnose“ verpasst. Eben jener Bullnose diente Cecil Kimber übrigens als Rohmasse zur Verwirklichung seines ersten MG.

Das Geschäftsmodell von Morris sah vor, lediglich als Montagebetrieb zu fungieren, die benötigten Teile wurden – inklusive Motor – hinzugekauft.

Dies führte schon früh zu einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit: Nachdem der bisherige Motorenlieferant mehr Geld forderte, wendete sich Morris an den US-Motoren-Hersteller Continental und einigte sich mit dem Unternehmen aus Detroit auf eine Zusammenarbeit, die zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der langen Transportwege doch recht ungewöhnlich war.

Der Weg, den William Morris eingeschlagen hatte, war erfolgreich. Ständig überprüfte er seine Lieferanten, versuchte bessere Preise auszuhandeln und stellte hohe Anforderungen an die Qualität. Das Ergebnis waren solide, einfache und preisgünstige Autos, denen allerdings jede Form von eigenem Charakter abging.

Morris dominiert den englischen Markt

Den Verkaufszahlen tat dies aber keinen Abbruch und schon 1924 gelang es Morris, Ford von der Spitzenposition der Verkaufscharts in England zu verdrängen. Die gemachten Gewinne wurden zur Expansion genutzt. Zulieferer wurden übernommen und auch der bisherige Konkurrent Wolseley geriet bald in den Fokus von William Morris. Die von Wolseley gefertigten Motoren befeuerten den Morris Minor, der in den wirtschaftlich schwierigen 20er Jahren zum Erfolgsmodell und Überlebensgaranten für Morris wurde. Mit dem Morris Eight gelang ein weiterer großer Wurf, bevor die Expansionspläne von Morris sich letztlich in der Nuffield Organisation manifestierten.

Neben dem Rennwagen-Spezialisten MG wurde mit Riley ein weiterer Wettbewerber übernommen und in der neuen Gruppe vereint. Unter dem Morris Label wurden weiterhin einfache, zuverlässige Klein- und Mittelklassewagen produziert, aber aufgrund des Markenreichtums in der erst als Nuffield Organisation und später als British Leyland bzw. British Motor Corporation bekannten Gruppe wies der Morris einfach zu viele Rivalen im eigenen Haus auf.

Morris hatte aufgrund seines ursprünglichen Geschäftsmodells schon immer nur sehr schwer greifbare Konturen, innerhalb des Riesenkonzerns gingen diese schließlich ganz verloren.

Aufsehen erregte Morris noch einmal in den 60er Jahren mit dem Mini, der – Ironie der Geschichte – jedoch ursprünglich im Hause Austin als Se7en konzipiert wurde und aufgrund der Markenpolitik zusätzlich als Morris angeboten wurde.

Unrühmlich ist leider das Ende der Marke, nachdem 1984 das letzte Modell produziert wurde. Im Rahmen von zahllosen Hin- und Herverkäufen von Marken- und Namensrechten ist heute nicht einmal klar, wer die Rechte an der Marke Morris besitzt. Sollte allerdings noch einmal ein Morris hergestellt werden, könnte er aus China kommen...

Modelle des Herstellers

1100

Baujahr: 1962 - 1971

1100 ESTATE TRAVELLER

Baujahr: 1966 - 1968

1/2 T VAN

Baujahr: 1960 - 1963

1/2 T VAN SERIE III

Baujahr: 1956 - 1959

1300 TRAVELLER

Baujahr: 1967 - 1971

1/4 T LIGHT VAN

Baujahr: 1940 - 1954

1800

Baujahr: 1966 - 1975

7/10 CWT PICK-UP

Baujahr: 1972 - 1978

COOPER
'Mini'

Baujahr: 1964 - 1965

COOPER
'Mini'

Baujahr: 1961 - 1963

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