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Tucker

Preston Tucker war eine schillernde Persönlichkeit der amerikanischen Automobilindustrie und der amerikanischen Gesellschaft. So schillernd, dass Francis Ford Coppola 1988 gar sein Leben verfilmte.

Schon als Junge war Tucker von Autos fasziniert und da er unweit von Detroit aufwuchs, war der Weg zur Automobilindustrie nicht weit. Über die Jahre hatte er diverse kleinere Jobs und 1935 gründete er bereits eine Firma zum Bau von Rennautos bzw. deren Motoren. Diesem Unternehmen war jedoch aufgrund des Todes seines Partners kein längerfristiger Erfolg beschieden.

Bevor er kurz vor Kriegsende die Tucker Car Corporation gründete, baute er noch ein extrem wendiges und schnelles Panzerfahrzeug für die holländische und amerikanische Armee, zog sich aber schon nach einigen Jahren wieder aus der Rüstungsindustrie zurück.

Der Tucker 48 – Das nie gebaute Auto

Tuckers Pläne für ein eigenes Auto waren hoch ambitioniert. Sicherheitsglas, Sicherheitsgurte und gar ein dritter Scheinwerfer („Zyklop“), der dem Einschlagwinkel des Lenkrades folgte und einige weitere Innovationen hätten den 48 (Torpedo war der Arbeitstitel, Preston beschloss nach Kriegsende ihn fallen zu lassen, da er zu martialisch war) zu einem der außergewöhnlichsten Autos seiner Zeit gemacht. Doch leider konnte die Produktion nie gestartet werden.

Drei Jahre nach Kriegsende gab es in den USA noch immer kein neues Auto. Die großen Drei (GM, Ford, Chrysler) hätten zwar die Mittel zur Entwicklung gehabt, waren aber zu groß und unflexibel, um entsprechend schnell handeln zu können. Die US-Regierung beschloss daher, ein kleineres Unternehmen mit entsprechenden Mitteln zu fördern. Dieses Unternehmen war Kaiser-Frazer. Tucker wollte ebenfalls ein neues Modell entwickeln, allerdings ohne öffentliche Gelder. Dies machte nun wiederum den Staat misstrauisch, fortan sahen sich Tuckers Finanzen der staatlichen Überwachung ausgesetzt. Um sein Projekt zu finanzieren, hatte Tucker Anteile an seiner Firma und Vertriebslizenzen verkauft, bevor noch ein einziger Wagen produziert worden war. Lediglich Prototypen wurden in der von Tucker erworbenen, unermesslich großen Fabrik in Chicago produziert. Tucker hatte sich für diese entschieden, da er die gesamte Produktion der kommenden Dekaden hier platzieren wollte.

Dieses Geschäftsgebaren brachte Tucker schließlich eine Anklage wegen Betruges und Steuerhinterziehung ein. Tucker wurde zwar freigesprochen (im Gegensatz zu dem gegen ihn ermittelnden Chefankläger), die Fabrik war zu diesem Zeitpunkt (Januar 1950) aber bereits geschlossen und die Produktion beendet.

Lediglich 50 Prototypen des Tucker 48 wurden fertig gestellt. Ein neues Projekt konnte Preston Tucker nicht mehr realisieren, da er 1956 an Lungenkrebs verstarb.

Modelle des Herstellers

48 SEDAN
'Torpedo'

Baujahr: 1948

Die Basisarbeit für den Karosserieentwurf leistete George Lawson, dessen Entwürfe in sechs Tagen von Alex Tremulis überarbeitet und als "Tucker 48" präsentiert wurden.

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