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01.05.2014

2. Vintage Race Days Rastede 2014

Aus der Serie: Im Rückspiegel ….

In unregelmäßigen Abständen bringen wir Beiträge aus Teilnehmer-Sicht. Heute berichtet Wolfgang Kurth von den 2. Vintage Race Days in Rastede.

Rastede? Gibt’s das überhaupt, fragte ich mich als, ich im vergangenen Herbst von einem eigentlich seriösen Kollegen den Hinweis auf eine „versteckte“ Veranstaltung im Norden der Republik erhielt. „Ein „Classic Days Schloss Dyck“, mehr oder weniger in der Diaspora des Motorsports in Deutschland – im Ammerland! „Rennsport mit Landpartie“ verkündete der Veranstalter auf seiner Internetseite http://www.vintageracedays.de/. Na ja. Wenn man aber im Norden ansässig ist und sonst nur lange Wege zum Nürburgring, nach Spa oder Schloss Dyck kennt, ist man ja froh über jede Veranstaltung in Kirchturmnähe.

Fotos Nr. 1,2,4,5 und 7-10 und 12: Wolfgang Kurth, 3, 6 und 11: Alex N.N.<(p>

Am 24. April machte ich mich also auf den Weg nach Rastede zu den Vintage Racing Days. Ich wollte das Angebot zur Anmeldung am Vortag nutzen. Nachmittags um 17 Uhr wurde ich mit dem landesüblichen „Moi, moin“ auf der Grasrennbahn neben dem Schloss Rastede begrüßt. Aber die Organisation war entspannt. „Das machen wir eigentlich alles morgen“ war Ausdruck ostfriesischer Gelassenheit. Das hatte schon etwas von einem italienischen Flair!

Das Areal war pittoresk: auf einem gepflegten Rasen war ein ca. 1.000 m langer Rundkurs gesteckt, Pagodenzelte im Infield beherbergten Anbieter von Gegenständen der gepflegten Landkultur, vom Ferienhaus über den besonders gerösteten Kaffee und die individuelle Gartenplanung bis hin zur edlen Kleidung für den großen und kleinen Landbaron wurde alles angeboten, was man für eine exklusive Landpartie schon immer dringend benötigte. Dazu gehörte natürlich auch ein umfangreiches Cateringangebot. Ach ja, Rennen gab es auch noch!

Auf der Grasbahn von Rastede wurden bis in die frühen 60er Jahre tatsächlich Autorennen ausgetragen! Auf Gras zu fahren hat schon seinen Reiz: Drehmoment und Lenkbewegungen sollten vorsichtig eingesetzt werden! Zu schnell landet man sonst außerhalb der Strecke im weitläufigen Grün.

Die Veranstalter der Vintage Race Days bieten ausschließlich Fahrzeugen bis zum Baujahr 1953 die Gelegenheit, an 30 „Rennen“ teilzunehmen. In den Paddocks konnte das interessierte Publikum sich mit den Fahrern der Rileys, Mercedes SS und SSKL, Bentleys und MGs unterhalten. Zu den Fahrzeugen, die man nicht täglich sieht, zählten ein AFM, ein seltener Borgward RS, ein BMW Cotura, ein Veritas Meteor und ein seltener DKW Formel Junior.

Der Wettbewerb zwischen den Teilnehmern besteht darin, sowohl die Strecke in einer vorgegeben Zeit zu bewältigen als auch im Viertelmeilen-Rennen einen unmittelbar am Start vorgegeben Schnitt über die Viertelmeile zu fahren – nicht ganz einfach! Trotz der vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten konnten die Fahrer, an der alten Tribüne – früher hat man die sicher „Grand Stand“ genannt – und am alten „Richterturm“ vorbei bis in eine langgezogene Linkskurve hinein auch schon mal kräftig Gas geben. Leider werden die Teilnehmer von Grasbahnrennen durch starken Regen generell stark eingebremst; eine Grasbahn ist dann leider einfach nicht mehr befahrbar.

Der dadurch rennfreie Sonntag konnte den tausenden Zuschauern und den Fahrern ihren Spaß an den 2. Vintage Race Days in Rastede jedoch da schon nicht mehr nehmen. Wem die Classic Days auf Schloss Dyck, dem kontinentalen Goodwood Revival, zu überwältigend sind, wer Motorsport als Teil einer Landpartie sucht, ist in Rastede gut aufgehoben. Bei einem Glas kühlem Wein kann man vorbeirollende automobile Preziosen in parkähnlichem Ambiente bewundern und ….kaum vorstellbar: man entschleunigt bei Motorsport! Diese Atmosphäre wurde von allen Besuchern sichtlich genossen! Übrigens hatte man beim Anblick der gepflegt gekleideten Zuschauer das Gefühl, sie seien gerade auf der Durchreise nach Sylt!

Auch wenn dieses Event bisher nicht auf dem Radarschirm vieler Besucher ähnlicher Veranstaltungen war, lohnt es sich, auf die Vintage Race Days 2015 zu achten!

Wolfgang Kurth

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