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21.04.2010

Basilikum und Oregano: Quer durch die Toskana

Die wunderschöne Toskana ist dieses Mal das Ziel unserer Reise. Wir übernachten in der malerischen Villa de Monte Solare in Panicale und lassen uns von dort in die Sitze unseres Oldtimers fallen, um die immergrüne, mediterrane Macchia-Landschaft zu erkunden. Nach rund 40 km erreichen wir Montepulciano. Auf unserem Weg wechseln sich Getreidefelder und Weinberge mit sanften Hügeln und undurchdringlich scheinender Vegetation ab. Links und rechts der Straße beschirmen Zypressenalleen unseren Weg.

Nur ab und zu taucht eine kleine Ortschaft inmitten der stillen Natur auf. Montepulciano ist jedoch bereits aus der Ferne gut erkennbar, liegt der Ort doch – wie so viele in der Toskana – auf einer kleinen Anhöhe. Jenseits Montepulciano nehmen wir Kurs in Richtung Pienza im Val d’Orcia. Sowohl die historische Altstadt, als auch das Tal sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes – mit Recht, denn die typischen toskanischen Stadthäuser inmitten ihrer ursprünglichen Umgebung, deren wilden Naturcharakter der Mensch unberührt gelassen hat, sind eine zeitlose Oase mit einem ganz eigenen Zauber.

Montalcino – Stadt des Weines

Schließlich erreichen wir Montalcino, das Weinzentrum der Toskana. Montalcino ist aufgrund seiner Böden, Lage und des Klimas der Region weltberühmt für seinen Wein geworden. Maßgeblich daran beteiligt ist der Brunello di Montalcino, der unbestritten einer der teuersten Spitzenweine Italiens ist. Es lohnt sich daher, von den Weingütern und Kellereien in und um Montalcino ein Fläschchen für zu Hause mitzunehmen. Auf einem kleinen Spaziergang besuchen wir die altehrwürdige Sant’Antimo Abtei. Das alte Benediktinerkloster aus dem 8. Jahrhundert beeindruckt uns dabei mit seiner respekteinflößenden Schönheit. Nach kurzer Zeit geht es aber schon weiter in Richtung Siena, wo der Mittagstisch bereits auf uns wartet.

Mittagspause in Siena

Nach gut 60 km haben wir Siena erreicht. Im Hotel Villa Scacciapensieri befindet sich das Restaurant Altri Tempi, welches wir noch gerade rechtzeitig für den Mittagstisch erreichen. Leider ist die Terrasse bereits ausgelastet, aber so können wir uns ganz auf das hervorragende Menü konzentrieren. Nach dem Mittagessen beginnen wir unseren Spaziergang durch Siena, wobei natürlich insbesondere der Piazza del Campo mit dem Palazzo Publico sowie der im 13. und 14. Jahrhundert gebaute Dom zu den baulichen Highlights unseres Rundganges durch die mittelalterliche Stadt zählen. Siena hat sich über die Jahre hinweg den christlich-mystischen Charakter der italienischen Gotik bewahrt. Einige Kirchen und vor allem der Dom zeugen davon. Die historische Altstadt gehört seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe. In der Opera del Duomo bestaunen wir die Kunstwerke der christlichen Gotik, zu denen auch ein prächtiges Fenster des Domchores gehört.

Fahrt durch die Macchia

Nach der Mittagspause in Siena nehmen wir nun die Fahrt wieder auf und erleben auf den folgenden 50 km die zweite, landschaftliche Seite der Toskana: die wilde Macchia. Die weit reichenden Felder werden durch undurchdringliche Wälder und sumpfartige Landstriche abgelöst. Die Hitze nimmt dadurch schlagartig ab, was sehr angenehm ist. Pinien- und Kastanienwälder werden immer wieder von dichtbewucherten Hügeln in Grün abgelöst. Durch die geöffneten Fenster dringt der Duft von Ginster und Myrte, Oleander, Thymian und Rosmarin an uns heran. Auf dem Teilstück ab Ponte a Bozzone erleben wir Oldtimerfahren also nun in seiner schönsten Form. Und auch auf der weiteren Strecke bis Arezzo ändert sich daran nichts. In Arezzo machen wir noch ein letztes Mal Halt, um in der Nähe des Doms einen Espresso zu genießen. Beim Bummel durch den Ort fällt einem an vielen Schaufenstern immer wieder der starke Einfluss der Schmuckproduzenten auf den Alltag in Arezzo auf.

Nach der Weiterfahrt ändert sich nach ca. 10 km die Landschaft dann wieder, schließlich nähern wir uns ja mit Montepulciano so allmählich dem Start- und Zielpunkt unserer Tour. Zuvor durchqueren wir aber noch Cortona und stellen leider fest, dass wir uns zu viel für einen Tag vorgenommen haben. Die über 2500 Jahre alte Stadt weiß mit ihrer Architektur zu beeindrucken und macht Lust auf mehr. Die dichten Wälder ziehen sich nun mehr und mehr zurück und machen Platz für Felder und Wiesen. Von Montepulciano aus kehren wir nach einem langen Tag wieder in unser Hotel in Panicale zurück und lassen den Abend bei einem guten Glas Rotwein ausklingen.

Fazit: Rund 350 km haben wir heute hinter uns gelassen. Der Trip durch die facettenreichen Gegenden der Toskana war nicht nur für die Augen reizvoll. Auch fahrerisch war das Spiel zwischen Licht und Schatten, Kuppen und Senken ein Vergnügen. Die erhebliche Strecke, die der Oldtimer heute zurückgelegt hat, ist wie im Rausch vorbeigezogen. Diese Sommertour durch die Toskana können wir uneingeschränkt empfehlen! Ein wenig Weitsicht ist bei teilweise großer Hitze jedoch geboten – Sonnencreme und ausreichend Kühlwasser sollten mit auf die Reise gehen.

Ihre Tour auf einen Blick:

Michael Wahl

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