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13.02.2015

Borgward kommt zurück!

Vorstellung vielleicht schon zur IAA 2015

Der Name Borgward ist den Älteren unter uns immer noch ein Begriff: vor allem die "Isabella" war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Auto, das sich von der Linienführung von allen anderen PKWs deutlich nach oben abhob. Aber Borgward hatte auch Kleinwagen wie den Lloyd LP 300 mit Sperholzkarosserie, Coupés und Cabriolets (Isabella), Sport- und Rennwagen, Limousinen (Isabella, Hansa 2400) und Nutzfahrzeuge im Produktprogramm, die BMW und Mercedes-Benz ordentlich Konkurrenz machten. Dies führte dazu, dass die beiden Großen schließlich die Banken unter Druck setzten, ihrem ungeliebten Konkurrenten Borgward keine Kredite mehr zu gewähren, andernfalls würden sie ihre Bankverbindungen wechseln. Die Banken gaben dem Druck nach und sperrten Borgward die Kreditlinien, was 1961 zum Niedergang eines Unternehmens führte, das sich durch Eleganz und technisch ausgetüftelte Konstruktionen von C. F. Borgward einen Namen gemacht hatte.

Christian Borgward, Enkel des Firmengründers C. F. Borgward, und sein Partner Karlheinz Knöss, früherer General Motors- und Mercedes-Benz-Manager und nun Borgward-Aufsichtsratsmitglied, haben offenbar neue Pläne, die Marke wieder auferstehen zu lassen. Beim Automobilsalon in Genf verkündeten sie den Marken-Relaunch mit einem neuen Borgward. Auch Chef-Designer Hareide arbeitete früher für Mercedes-Benz. Die Verbindung wichtiger Mitarbeiter zum "Guten Stern auf allen Straßen" ist vielleicht der Grund, dass Sitz des neuen Unternehmens Stuttgart sein soll.

Bis 2020 will man in Kooperation mit anderen, auch internationalen Herstellern wie Foton aus China, der im Nutzfahrzeugesektor wiederum mit Daimler-Benz zusammenarbeitet, 800.000 Autos pro Jahr verkaufen. Die Wiedebelebung der Marke "Borgward" ist sicherlich eine große Herausforderung, denn die heutigen Autokäufer kommen meist aus Jahrgängen, die Borgward schon nicht mehr als Auto-Hersteller wahrgenommen haben. Sie wissen deshalb auch nicht, dass die erste Luftfederung, die erste Ponton-Karosserie und der erste elektrische Blinker (1949 beim Hansa 1500) im Hause Borgward gebaut wurden.

Technische Rafinessen scheinen auch bei den neuen Borgwards großes Gewicht zu haben: hochmoderne E-Mobilsysteme und die Vernetzung des Autos sollen dazu führen, dass ein Borgward zum persönlichen Assistenten sowie unterhaltsamen und informierenden Begeleiter des Fahrers wird.

Auf der IAA 2015 soll es weitere Informationen zu "einer größere Limousine" von Borgward geben. Im Gespräch ist ein sportlicher Geländewagen (SUV). Vielleicht wird er sogar schon zu sehen sein. Wir sind gespannt!

(Quelle: Kölner Stadtanzeiger v. 13.02. und 07./08.03.2015)

Nachtrag v. 17.09.2015:
Was dann in Frankfurt zu sehen war, ist jedoch der Abklatsch von einem SUV, der zumindest äußerlich nichts, aber auch gar nichts Besonderes hat. Das etwas abgerundete "Borgward"-Logo am Bug wirkt völlig deplatziert. C.F. Borgward würde sich vermutlich im Grabe herumdrehen, wenn er diese Kombination zu sehen bekäme!

Siehe hierzu auch unseren Blog "Fehlstart von Borgward"!

Gert Meyer-Jüres

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