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04.02.2014

Bremen Classic Motor Show 2014

Saisonauftakt in Norddeutschland

Schon traditionell startet die Oldtimersaison des laufenden Jahres mit der Bremen Motor Show, der wichtigsten und größten Oldtimermesse Norddeutschlands. Sie fand zum 13. mal statt. Mit über 45.000 Besuchern aus 12 Nationen, viele davon aus Skandinavien und BeNeLux, konnte ein Zuwachs von 10% erreicht werden, die Zahl der Aussteller wuchs sogar um über 15% auf 600.

Hauptthema waren Autos aus den Wirtschaftswunderjahren. Im Rahmen einer Sonderausstellung wurden sehr seltene Klein- und Lieferwagen präsentiert. Dabei mag Bremen als Heimat von Borgward, Hansa, Lloyd und Goliath verständlicherweise sich selbst eine Referenz erwiesen haben. Einzelstücke wie ein Kleinschnittger Spezial Bj. 1947 oder sehr seltene Fahrzeuge wie ein als Trümmer-Räumfahrzeug eingesetztes Wendax Lieferdreirad auf Triumph-Motorrad-Basis, von dem nur 20 Stück gebaut wurden und das einzig überlebende zu sehen war, lohnten schon allein den Besuch. Ein in der DDR für den Export gebauter AWZ P70 Coupé, der als Vorläufer des Trabbi gilt oder Lloyd 300-Fahrzeuge mit Papp-Karosserie (Limousine und Kombi) waren weitere Raritäten. Witzig sah der Mini-Sportwagen Champion CH 2 Bj. 1950 aus, der ebenfalls Triumph-Motorradmotor ausgestattet ist und schon mit Führerschein Klasse 4 (Mopeds) gefahren werden durfte.

Außer den sonst üblichen ersten Nachkriegslimousinen oder und schnellen Sportwagen von BMW, Mercedes oder Opel waren in Bremen als Seltenheiten auch zwei Borgward Hansa-Limousinen (1500 und 1800 Diesel) sowie zwei Goliath "Tiger"-Coupés zu sehen, die man sonst kaum noch zu Gesicht bekommt. Auch ein angeblich immer nur gefahrener und gepflegter, aber nie restaurierter Benz 8/20 PS Bj. 1914 oder ein erkennbar unrestaurierter Avion-Voisin C14 Chartrain Bj. 1928, bei dem nicht nur Chassis und Motor, sondern auch die Karosserie von Voisin gebaut worden war, war Highlights. Letzterer war bereits am ersten Vormittag verkauft, auch auf vielen anderen Fahrzeugen hingen Schilder mit diesem Hinweis schon am Freitag-Abend.

Liebevoll aufgebaut war eine Tankstellenszene aus der Nachkriegszeit. Im Gegensatz dazu waren die Hallen selbst insgesamt etwas schmucklos, außerdem war im Belegungsplan der drei Oldtimerhallen kein System zu erkennen, so dass ein etwas chaotischer Eindruck entstand. Hier muss Bremen wohl noch etwas von Essen, Stuttgart oder Maastricht lernen.

Umgarnt wurden die drei Oldtimerhallen von einem umfangreichen Teileangebot, Fahrrad- und Motorradhallen sowie einem privaten Fahrzeugmarkt, der im gut durchlüfteten und daher recht kühlen Parkhaus stattfand. Hier wurde auch eine Mercedes-Benz S-Klasse (W 108) amgeboten, die der im letzten Jahr verstorbene Schauspieler Dieter Pfaff in der ARD-Serie "Der Dicke" gefahren hat. In diesem Fall mag der "Promi-Zuschlag" ja gerechtfertigt gewesen sein, was sicherlich bei vielen aufgerufenen Preisen jedoch nicht der Fall war. Da das Parkhaus also anderweitig genutzt wurde, mussten die Besucher ihre Autos auf der schneebedeckten Parkfläche abstellen. Da die Messehallen günstigerweise direkt gegenüber dem Bremer Hauptbahnhof liegen, empfiehlt sich künftig die Anreise mit der Bahn.

Gert Meyer-Jüres

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