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08.03.2010

Entdecken Sie das Salzburger Land mit dem Oldtimer!

Für die Erkundung der Region Berchtesgaden-Salzburg stehen uns drei volle Tage zur Verfügung. Ausgangspunkt für unsere Ausfahrten wird das Hotel Interconti in Berchtesgaden sein. Der erste Tag wird uns allerdings bis nach Kitzbühel führen, wo wir übernachten werden und dann am Abend des zweiten Tages erst wieder nach Berchtesgaden zurückkehren werden. Eine Tagestour am dritten Tag wird unsere ausgiebigen Streifzüge durch das Salzburger Land schließlich beschließen.

Erster Tag: Auf Sisi´s Spuren durchs Salzburger Land

Die Route führt uns in Richtung deutsch-österreichische Grenze und anschließend weiter bis nach Ebenau. Entlang des Wiestalstausees rollen wir durch eine stark bewaldete Landschaft. Kleine Höfe, die sicherlich schon über hundert Jahre Mensch und Tier ein Heim bieten, liegen verstreut im Grün der Landschaft. Das Wasser des Stausees ist klar und sauber, was den Wiestalstausee zurecht als Anglerparadies bekannt gemacht hat. Wir fahren weiter über Neumarkt am Wallersee und Zell am Moos und erreichen nach insgesamt 60 km St. Gilgen am wunderschönen Wolfgangsee. Hier haben wir uns ein kleines Päuschen verdient und gehen ein paar Schritte. St. Gilgen liegt malerisch am oberen Teil des Wolfgangsee. Die Idylle des kleinen Dorfes lockt nicht nur Scharen von Touristen nach St. Gilgen. Auch einige pompöse Sommerhäuser lassen auf regelmäßige Besuche gut betuchter Herrschaften schließen. Wir halten uns aber eher an das natürliche Seepanorama, weswegen sich auch die Zinkenbacher Malerkolonie sich hier niedergelassen hat. Ein kleines Museum in St. Gilgen zeigt die lokal inspirierten Bilder dieser idyllischen Malerei. Aber auch kulinarisch kommen wir voll auf unsere Kosten. Österreichisch-traditionell speisen wir im Batzenhäusl und werden hier ausgiebig verwöhnt.

Neugierig auf Sisi´s Sommerresidenz steigen wir wieder in unsere Oldtimer. Die Kaiservilla der alt ehrwürdigen Habsburgerfamilie liegt in Bad Ischl. Kaiser Franz Joseph und seine Sisi, Kaiserin Elisabeth, zogen sich hierhin im Sommer vom offiziellen Wiener Staatsgeschäft zurück. Noch heute gibt die sommerliche Villa ganz private Einblicke in den kaiserlichen Familienalltag.

Auf der Weiterfahrt kommen wir durch Strobl. Dort wenden wir uns nun gen Süden und fahren in Richtung des Wintersportortes Bischofshofen. Nach ungefähr weiteren 10 km hinter dem traditionellen Austragungsort des Schlussspringens der Vier-Schanzen-Tournee erreichen wir die Ortschaft Mühlbach am Hochkönig und damit unsere dritte Station. Das Berg- und Heimatmuseum hat unser Interesse geweckt. Dort werden rund 5000 Jahre Bergbaugeschichte präsentiert, die im angeschlossenen Schaustollen greifbar werden. Wir sind fasziniert von der schweren Arbeit unter Tage, aber auch froh, dass wir uns bald wieder frei an der Oberfläche bewegen dürfen.

Als nächstes Ziel steuern wir Kitzbühel an. Im Grand Tirolia vor Ort werden wir die Nacht verbringen. Dieses hat es uns ganz besonders angetan. Die dezente und zugleich äußerst elegante Architektur weiß zu beeindrucken, und die äußert delikate Küche übertrifft unsere hohen Erwartungen . Ein regelrechtes Juwel ist zudem der beeindruckende Golfplatz, so dass wir gleich beschließen, in einigen Tagen noch einmal ins Grand Tirolia zurückzukehren, um unsere Platzreife zu überprüfen.

Zweiter Tag: ein beschaulicher Tag im Naturparadies

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zurück. Nach 10 km legen wir aber bereits den ersten Stopp ein. Nach dem ereignisreichen Tag gestern soll dieser Tag ein wenig beschaulicher werden. Wir wollen viel spazieren und die natürlich schöne Seite des Landes kennen lernen. Deshalb halten wir in Aurach. Der dortige Wildpark ist das Ziel unserer Reise, diente dieser doch als Kulisse für einige Filme mit Hansi Hinterseer. Neben einer ganzen Reihe einheimischer Wildtiere finden sich hier auch Affen, Kängurus und Lamas. Den ganzen Vormittag wandern wir in der unberührten Natur des Wildparks und genießen das tierische Vergnügen. Nach der langen Wanderung ruhen wir uns in der angeschlossenen Gaststätte etwas aus und stärken uns, bevor es im Oldtimer weiter geht.

Nach gut 90 km erreichen wir Reit im Winkl. Das Grenzstädtchen an der Grenze Deutschlands zu Österreich ist von drei Seiten von Bergen eingerahmt. Nur auf der Westseite bleibt das Land flach. An den Hängen der Berge sammeln sich im Winter oft niederschlagsträchtige Wolken, so dass Reit im Winkel als regelrechtes Schneeloch bekannt ist. Schnee ist hier im Winter also garantiert. Im Sommer erinnert an den Sport auf zwei Bretternvor allem das Skimuseum.. Diesem statten wir nach einem Rundgang durch die Gassen Reit im Winkls einen Besuch samt Nachmittagskaffee ab. Das Museum zeigt alle nur erdenklichen Skier aus einer der größten Skisammlungen Europas. Die Bretter stammen aus drei Jahrhunderten und anhand ihrer Entwicklung können wir die Entstehung des weißen Sports rund um Reit im Winkl eindrucksvoll nachvollziehen. Anschließend machen wir uns auf die abschließenden 60 km bis nach Berchtesgaden.

Dritter Tag: eine Ausfahrt zum Verweilen

Wir starten nach dem Frühstück in aller Ruhe Richtung Österreich, benutzen dazu aber im Gegensatz zum Dienstag die B 319, die sogenannte Salzbergstraße. Diese führt uns direkt zu einer der schönsten Panorama-Ringstraßen der gesamten Gegend, der Rossfeldhöhenringstraße. Unser Weg dorthin führt uns allerdings noch an einer Sehenswürdigkeit vorbei: dem Kehlstein-Haus auf dem Obersalzberg. Dieses wurde im Auftrag der NSDAP errichtet und 1939 Adolf Hitler zu dessen 50. Geburtstag geschenkt. Heute beherbergt das Haus ein Berggasthaus, seine klotzige Präsenz oben auf dem Gipfel erinnert aber noch heute an die fatalen Machtfantasien von damals.

Da die Straße auf den Kehlstein hinauf jedoch für den privaten, motorisierten Verkehr gesperrt ist und wir diesen schönen Vormittag nicht in einem Bus verbringen möchten, fahren wir weiter zu unserer Panorama-Straße. Diese ist zwar mautpflichtig, aber der geringe Betrag wird durch eine spektakuläre Aussicht wett gemacht. Früher wurden auf der 16 km langen Straße Bergrennen gefahren, und auch wir schauten immer wieder erschrocken auf den Tacho, um dann umgehend den Fuß vom Gas zu nehmen.

Nach dieser Rundfahrt biegen wir in Oberau wieder auf die Rossfeldstrasse und fahren über diese und die Salzburger Straße Richtung Westen zurück nach Berchtesgaden. Dort biegen wir auf die B 20 in Richtung Süden und fahren ein paar Minuten bis nach Schönau am Königssee. Am Seeufer vertreten wir uns ein wenig die Beine. Der langgezogene See wird an seiner westlichen Seite von der Ostwand des Watzmann begrenzt. Der flache Wasserspiegel vor dem 2.100 Meter hohen Watzmann ist ein imposantes Bild. Denn die Ostwand des Watzmanns ist über 1.800 Meter eine reine Steilwand. Am Fuße der unendlichen Steinwand befindet sich die so genannte Eiskapelle, ein gewaltiger Lawinenschneerest, aus dem der Eisbach regelmäßig eine einsturzgefährdete Eisgrotte ausschmilzt. Hungrig von der vielen Natur und den gesammelten Eindrücken, nehmen wir nach einer Weile die Fahrt wieder auf. Ramsau liegt in westlicher Richtung und ist unser nächstes Ziel.

Man hat uns nämlich das Wirtshaus Wachterl empfohlen, da hier die lokalen Spezialitäten mit so viel Liebe und Können zubereitet werden, dass sie einem auf der Zunge zergehen. Vor allem für das Spanferkel können wir uns in dieser Hinsicht verbürgen. Beim anschließenden Kaffee genießen wir den Blick ins Schwarzbachtal und lassen die Seele baumeln.

Der Nachmittag dieses Tages steht weiterhin im Zeichen einer gemütlichen Ausfahrt. Nach der Mittagsruhe treten wir eine ausführliche Rückreise in unser Domizil in Berchtesgaden an. Ausführlich aus dem Grunde, da wir einige große Schleifen durch das Salzburger Land fahren. Mehrmals parken wir den Oldtimer am Straßenrand und genießen den Ausblick in die sommerliche Bergidylle. Entspannt ob des fantastischen Fahrerlebnisses inmitten der Ruhe der Berge kommen wir am frühen Abend wieder im Interconti an.

Fazit: Ganze drei Tage haben wir die vielseitigen Schönheiten der Regionen Berchtesgaden und Salzburg erkundet. Die gefahrene Kilometerzahl tritt dabei völlig in den Hintergrund, da sich die Routen mühelos meistern lassen. Die Rundtour ist ein unvergessliches Erlebnis für jeden Oldtimerliebhaber, der sein Fahrzeug sicher bewegen möchte und nicht auf eindrucksvolle Momente verzichten möchte. Eine Ausfahrt, die aber auch zum Verweilen einlädt – ob nun kaiserlich verzaubernd in Sisi´s Villa oder natürlich begeisternd an einem der malerischen Seeufer. Die Symbiose aus der ruhigen Natur und dem ansprechenden Kulturangebot macht alles Alltägliche vergessen. Eine Tour für Müßiggänger, die wir uneingeschränkt empfehlen können.

Ihre Tour auf einen Blick:

Michael Wahl

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