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09.02.2010

Entdecken Sie Kärnten mit dem Oldtimer!

Unsere Kärntentour beginnt in Villach. Dort folgen wir der B 100 parallel zur Drau in Richtung Weißenstein. Unsere Fahrt wird uns vom Drautal aus ins Klagenfurter Becken führen. Nördlich von uns erheben sich die österreichischen Zentralalpen, und im Süden sind die hohen Züge der Karawanken auszumachen. Nach ungefähr 15 km erreichen wir die beschauliche Marktgemeinde Weißenstein mit ihrer Burgruine, die wie so viele Schlösser und Burgen dem großen Erdbeben von 1201 zum Opfer fiel. Weißenstein, dessen kleinster Ortsteil stolze 26 Einwohner zählt, ist typisch für die verschlafenen Siedlungen des Kärntner Lands.

Wir folgen weiter der B 100 und erreichen nach kurzer Zeit Spittal an der Drau, wo uns das zauberhafte Schloss Porcia zu einer ersten Pause einlädt. Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Es stammt aus der Hochzeit der Renaissance und ist im Stil italienischer Palazzi gehalten – mit einem von Säulen eingerahmten Innenhof und dreigeschossigen Arkaden. Nicht ohne Grund wird Schloss Porcia oftmals als schönster Renaissancebau nördlich der Alpen bezeichnet.

Geister auf Schloss Porcia

Katharina Gräfin von Salamanca war eine hartherzige und geizige Herrin. Ein alter Bettler fiel nach einem Fest ihren Höllenhunden zum Opfer. Bevor der alte Mann starb, sprach er aber einen Fluch aus. Die Gräfin verlor bald darauf ihren geliebten, einzigen Sohn. Bevor sie starb ließ sie ihre Schätze in einem geheimen Versteck einmauern. Getrieben von Verlustängsten erschlug sie gleich darauf den Maurer und eine Zofe, die vom Versteck wusste. Doch auch nach deren Tode fand Katharina keine Ruhe. Der Fluch lässt die verbitterte Frau bis heute nicht ruhen, so dass ihr Geist immer noch rastlos in den alten Mauern von Schloss Porcia wandeln muss.

Ob es auf Schloss Porcia nun spukt oder nicht. Ganz ohne Spuk ist das märchenhafte Schloss mitsamt dem traumhaften Schlossgarten das kulturelle Zentrum der Region. Neben dem Museum für Volkskultur beherbergt das Schloss die Galerie im Schloss Porcia, eine Bühne für Theateraufführungen sowie ein Cafehaus. Genau hier lassen wir uns nach einem ausführlichen Rundgang durch das Schloss nieder, und bei dunklem Espresso entfaltet sich die ganze Schönheit im lichten Innenhof - wie auf einer Piazza in Rom.

Fahrt durch das Land der Täler und Seen

Nach dieser eindrucksvollen Rast begeben wir uns wieder auf die B 100 und fahren bis ans Ufer des Millstätter Sees. Dort geht es auf der B 99 und der B 98 weiter um den See herum bis nach Millstatt. Wir rollen weiter am Ufer des beliebten Badesees entlang, bis wir nach 10 km Starfach erreichen. Mit einem letzten Blick nehmen wir Abschied vom Millstätter See und folgen der B 98 durch die hügelige, grüne Landschaft bis zum 20 km entfernten Afritz am See. Der kleine Ort liegt an einem der vielen kleineren Gewässer im Kärntner Land. Dieses Kärntner Land begeistert unsere Fahrerseele mit geschwungenen Kurven und einem welligen Profil. Die Landschaft führt uns ein Bild unberührter Natur vor. Harmonisch fügen sich die kleinen menschlichen Siedlungen in von der wilden Natur geschaffenen Seen und Täler ein. Inmitten dieser alpinen Seenlandschaft, zwischen Wasser, Bäumen und steilen Hängen kann man noch häufig Ureinwohner wie Murmeltiere, Bartgeier und Steinböcke zu Gesicht bekommen.

Von Afritz am See aus nehmen wir die L 46, dann die B 95 und schließlich die B 94 in Richtung Feldkirchen, welches wir nach 30 km erreichen. Nach weiteren 15 km Fahrt durch das wunderschöne Kärnten sind wir in Glanegg angekommen und entscheiden uns für eine kurze Rast an diesem idyllischen Ort. Glanegg liegt inmitten des sonnigen Glantales an einer alten Römerstraße. Dort wo die alte Route das Flüsschen Glan bei Mautbrücken überquert, thront in strategisch günstiger Lage an der steilen nördlichen Bergflanke die Burg Glanegg. Ein imposanter Anblick, wenn man unter den hohen Mauern auf der steinernen Klippe her geht.

An der Glan entlang zum Wörthersee

Da Bewegung bekanntlich den Appetit anregt, können wir es jetzt kaum noch erwarten, endlich etwas zu essen. Dazu begeben wir uns wieder in unsere Oldtimer und legen noch einmal 15 km auf der B 94 zurück. Das Restaurant La Torre in Sankt Veit an der Glan ist unser Ziel, denn von der Küche der Familie Trabelsi haben wir wahre Wunderdinge gehört. Und wir sollten nicht enttäuscht werden, denn der Seeteufel ist im La Torre wahrlich ein Hochgenuss.

Über die B 82 und die B 92 führt uns die Glan an ihrem Ufer über Brückl weiter nach Klagenfurt, welches wir nach 40 km erreichen. Klagenfurt ist die Landeshauptstadt Kärntens, der ursprüngliche, slowenische Name “Platz am Wasser“ ist ganz wörtlich zu verstehen, liegt die Metropole doch nicht nur an der Glan, sondern vor allem am Ufer des berühmten Wörthersee. Das Geburtshaus des Romanciers Robert Musil ist heute unser einziges Ziel in Klagenfurt. Natürlich hat die Stadt einiges mehr zu bieten, aber die Zeit ist heute knapp. Im Geburtshaus befindet sich inzwischen ein Literaturmuseum mit ständigen Ausstellungen zu Musil, Christine Lavant und Ingeborg Bachmann. Die alten Fotografien und Manuskripte versetzen uns an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück.

Wieder in der Gegenwart angekommen steigen wir in unsere Oldtimer und rollen los in Richtung unseres letzten Haltes: Maria Wörth am Wörthersee. Das beliebte Seebad erstreckt sich über eine Halbinsel. Dort angekommen besichtigen wir die spätgotische Kirche Heilige Primus und Felician. Das schneeweiße Gebäude liegt romantisch am Ufer des Wörthersees und man kann sich gut vorstellen, warum die Kirche schon über Jahre hinweg als Trauort ausgebucht ist. Der Tag ist weit voran geschritten, und Heimreise ruft. Wir starten zu den letzten 25 km am Ufer des Wörthersees entlang und vorbei am Schloss Velden und kommen am frühen Abend wieder in Villach an.

Fazit: Auf rund 270 km hat Kärnten uns in seinen Bann gezogen und restlos verzaubert. Einzelne Elemente der Tour hervorzuheben würde den anderen Schätzen dieser Fahrt nicht gerecht werden. Als Komposition haben wir eine bezaubernde Seenlandschaft mit märchenhaften Burgen und Schlössern entdecken dürfen. Fahrerisch ist Kärnten ein abwechslungsreicher Traum aus sanften Hügeln und ansprechenden Kurven inmitten der Hochgebirgszüge der Alpen. Insgesamt ist die Tour eine angenehm zu meisternde Bergausfahrt, wie sie jeder Oldtimerfahrer einmal erleben sollte.

Ihre Tour auf einen Blick:

Michael Wahl

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