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13.10.2009

Gestern - Heute - Morgan, Teil 1

der britische-Ur-Roadster wird 100!

Wer Gloucester und Worcester samt den dazugehörigen Gewürzsaucen richtig als „gloster“ und „wuster“ ausprechen kann, weiss vielleicht auch, dass zwischen diesen beiden mittelenglischen Städten etwa 50 km südwestlich von Birmingham der ehemalige Bahnverbindungspunkt Malvern Link liegt, den Auto-Enthusiasten seit 100 Jahren besser als Heimat der legendären Morgan-Automobile kennen.

Man streitet sich, ob Firmengründer H.F.S. Morgan seine ersten Automobile schon vor 1912 in Serie baute, gegründet wurde die Firma jedenfalls schon 1909 und das berechtigt dazu, in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum dieser traditionsversessenen britischen Marke zu feiern.

Während man bei Auto Carrier (AC) die Dreiradfahrzeuge wegen der Steuerbefreiung für Versehrtenmobile und Vehicel für Kleingewerbetreibende produzierte, erkannte Morgan-Senior alsbald den sportlichen Reiz der kleinen Trikes und baute zunächst Ein- und Zweizylinder-Typen mit 500 und 1000 ccm zwischen den Vorderrädern. Später verwendete man fast ausschließlich 1000- und 1200ccm-Motoren mit seiten- und obengesteuerten Ventilen, teilweise auch mit Wasserkühlung und bezog diese von Firmen wie JAP, Matchless, Anzani, Motosacoche (MAG) oder Blackburne. Der Antrieb zum einzelnen Hinterrad erfolgt über eine Kardanwelle.

Schon 1912 stellte ein vom Vertragsfahrer Harry Martin gefahrener Morgan den Einstundenrekord in der Einliter-Klasse mit 95 km/h auf und ein Jahr später eroberte das knorrige Dreirad den europäischen Kontinent, als der Fahrer W.G. McMinnies mit einem JAP V-2-Motor im Morgan Sporting den Cyclecar-GP von Frankreich vor den damals bekannten französischen Marken Bedelia, Duo, Violet, Sphinx und anderen gewann. Dieser Erfolg führte zu den Lizenzverträgen mit Darmont in Frankreich und Diabolo in Deutschland - wer weiß heute noch, dass es einmal einen offiziellen Morgan aus Deutschland gab?

Die Liste der britischen Rennfahrer umfasst mit Gwenda Stewart sogar eine Dame, die 1930 den Einstunden-Rekord für Tausender in Monthlery südlich von Paris auf über 160 km/h schraubte!

Wer es auch im Alltag sportlich mochte, konnte schon etwa ab 1925 einen Threewheeler mit 1000ccm Blackburne-V2 bekommen, der 167 km/h erreichte.

In Teil 2 geht es weiter...

Johannes Hübner

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