banner AvD
Banner des AVD - Automobilclub von Deutschland

03.12.2013

"Incredible barn finds" (Unglaubliche Scheunenfunde)

Autoren Interview mit Wallace Wyss

WALLACE WYSS ist der Autor von " Incredible barn finds" (Unglaubliche Scheunenfunde), einem neuen Buch aus dem Verlag "Enthusiast Books" in Hudson, Wisconsin, USA. Wyss wurde in Detroit geboren wuchs in der Geräuschkulisse des "Drag Racing auf der Woodward Ave" auf. In den 1960er Jahren arbeitete er in der Detroiter Automobil-Industrie und entwarf Anzeigen für Chevy Muscle Cars. Später zog er nach Kalifornien und wurde Mitherausgeber der Zeitschrift "Motor-Trend". Seit 1973 arbeitet er als freier Schriftsteller und schrieb mehr als ein Dutzend Bücher über Autos, darunter eins über die Welt der Millionen-Dollar-Ferrari-Sammler. Er hat uns dieses Exklusiv-Interview geschickt, durchgeführt von seinem künstlerischen Berater Rick Bartholomew.

Bartholomew: Wally, was hat Sie veranlasst, dieses Buch zu schreiben?

Wyss: Ich habe früher Bücher über besondere Autos wie Cobras und Corvettes, Shelby Mustangs oder Porsche 356 Modelle geschrieben. Dann sah ich Tom Cotter-Bücher wie "COBRA IN THE BARN" (Cobra in der Scheune) usw. Ich schickte ihm einige von mir verfasste Artikel über Scheunenfunde in der Hoffnung, dass diese in eine spätere Auflage des Buches aufgenommen werden würden. Aber er sandte sie mir zurück und sagte, er wolle das Buch nur unter seinem eigenen Namen und ohne weitere Autoren veröffentlichen. Also habe ich meinen Verleger anrufen und vorschlagen, eigene Bücher über Scheunenfunde zu veröffentlichen. Das erste wurde im August letzten Jahres in Monterey vorgestellt.

Bartholomew: Was ist der Unterschied zwischen Ihren Büchern und denen von Cotter?

Wyss: Obwohl wir zum Teil die gleichen Autos wie das $ 4.000.000 Cobra Daytona Coupé (benannt nach der Dame, die sich selbst verbrannt hat) behandeln, ist mein Auswahl-Kriterium, dass die Autos einen ursprünglichen Listenpreis von mindestens $ 100.000 haben. So werde ich nicht von '65 Mustang Stufenheck-Besitzern belagert, die ihr Auto für ein paar Tausend Dollars von ihrem Nachbarn gekauft haben. Das Buch müsste über 1000 Seiten dick sein, wenn es jede Scheune und jeden billig gekauften und mit ein paar tausend Dollar Gewinn verkauften Wagen beinhalten würde.

Bartholomew: Was können Sie zum Aussehen der Bücher sagen?

Wyss: Wir haben beide Paperback im vertikalen Format. Cotter hat kleine farbige Bilder, und ich wünschte, ich hätte die Schnappschüsse, die er aufgenommen hat, als er die Autos fand. Aber ich bin selbst ein ehemaliger Scheunen-Fund-Entdecker, und oft habe ich keine Aufnahme gemacht, weil ich es verdammt eilig hatte, weg zu kommen, bevor die Verkäufer es sich anders überlegten! Meine Bücher sind gewissermaßen eine kleine Momentaufnahme - wenn Sie sie als Bücher mit Kurzgeschichten verstehen, die eher zufällig ein Bild haben, wissen Sie, was ich meine. Jerry Heasley in seinem Buch "RARE FIND" (Seltener Fund) noch mehr Bilder von den Autos, aber wie ich schon sagte , wir gehen jeder unseren eigenen Weg, und meiner ist an der literarischen Qualität, dem unterhaltsamen Stil und der spannenden Suche orientiert. Dazu sollte ich noch sagen, dass ich in einigen wenigen Fällen, wenn ich kein Bild finden konnte, meinen Pinsel und Farbe genommen und selbst ein Bild gemalt habe. Ich bin ein Autodidakt der "Primitiven Kunst", aber seit 2007 werden meine Arbeiten trotzdem von der Pebble Beach Corporation vertrieben.

Bartholomew: Erzählen Sie uns über Ihre eigenen Scheunenfunde?

Wyss: Ich habe immer für mich selbst gesucht, bevor ich ein Halb-Profi wurde. Für mich selbst habe ich zwei Mercedes 300 SL Flügeltürer, einen Porsche Cabrio D und einen Iso Grifo gefunden, aber für andere habe ich teurere Autos wie Bizzarrinis mit Corvette-Motor, Rolls Royce Silver Clouds, Lamborghini Espadas, Bentley Continentals usw. gekauft.

Bartholomew: Können Sie Tipps geben, wie man auf Scheunenfunde stößt?

Wyss: Sie können drauf wetten, dass ich das tue: am Ende jedes Kapitels gibt es eine "Alles mitbekommen?"- Frage und dann die Antwort in Bezug auf die Besonderheiten, wie das Auto gefunden und gekauft wurde. Und am Ende des Buches rekapituliert das ganze letzte Kapitel die ausschlaggebenden Umstände der 50 Scheunenfunde und gibt noch mehr Ratschläge.

Bartholomew: Auf Amazon.com behauptete jemand, dass nicht alle Autos in Ihrem Buch in Scheunen gefunden worden sind. Was sagen Sie dazu?

Wyss: Es stimmt, ich benutze das Wort "Scheune" metaphorisch. Ich meine damit Orte, an denen die Wagen seit vielen Jahren unbemerkt von der Öffentlichkeit gestanden haben. Das kann eine Scheune, aber auch eine Fabrik, ein Lager oder ein Keller sein. Einige der Autos in meinen Büchern wurden auch in verrückten Orten wie dem Keller eines Nachtclubs gefunden, wo man erst mal eine Mauer einreißen musste, um dran zu kommen.

Bartholomew: Muss es ein Scheunenfund aus der jüngsten Vergangenheit sein?

Wyss: Ganz im Gegenteil . Im ersten Buch wird ein Bugatti Royale erwähnt, den ein Ingenieur aus Detroit 1937 an einer New Yorker Pferderennbahn gesehen hat. Er bat alle seine Freunden in New York: "Gebt mir Bescheid, wenn das Auto zu verkaufen ist". 1943 rief ihn schließlich ein Kumpel an und sagte ihm, dass das Auto auf einem Schrottplatz gelandet war. Er schickte den Mann hin und ließ ihn das Auto für 412 $ kaufen. Ich würde sagen, heute ist es über 25 Millionen Dollar wert. Es ist mir egal, wie alt die Geschichte ist, wenn sie unternehmerisches Geschick zeigt, das Auto seinem bisherigen Besitzer abzuschwatzen.

Bartholomew: Haben Sie eine Vorliebe für ausländische Marken oder inländische Autos?

Wyss: Als ich an die Kalifornische Küste gezogen bin, wurde ich mit Sportwagen und Luxus-Autos vertraut, die ich in Michigan nie gesehen hatte. Aber meine Wurzeln liegen in den sechziger Jahren auf Woodward Ave., daher habe ich ein Faible für Muscle Cars. Im Buch gibt es fast eine Trennung zwischen heimischen und ausländischen Autos.

Bartholomew: Ich glaube, dass Sie Ihre Lieblings-Nischen-Kategorien haben. Können Sie uns sagen, welche das sind?

Wyss: Gerne! Erstens sind es Rennwagen, die für die normale Straße umgebaut worden sind. Als ich zum ersten Mal nach Kalifornien kam, um für Motor Trend zu arbeiten, sah ich einen Ferrari LeMans-Rennwagen die Straße hinunter fahren. Es stellte sich heraus, dass es der P3/4 von Dino Martin, Sohn von Dean Martin war. Vielleicht gab es Regeln und Vorschriften, aber irgendwie schafften es die Jungs, an ausgewachsenen Rennwagen herum zu schrauben und sie zu "legalen" Straßenfahrzeugen umzubauen, bis sie dann doch zu viele Knöllchen bekamen und es wieder sein ließen.

Bartholomew: Was ist die zweite Kategorie?

Wyss: Das wären Concept Cars oder " Traumautos ", wie sie einst genannt wurden. Ich war eines von diesen Kindern, welche die Concept Cars der Detroit Auto Show sahen und sich wünschten, selbst solch ein Traumauto zu besitzen. Aber ich hätte damals nie gedacht, dass das möglich wäre. Seitdem habe ich viele Menschen getroffen, die tatsächlich bei solchen Shows Traumautos gekauft haben, wenn die Autokonzerne sie leichtsinnigerweise aus der Hand gegeben haben.

Bartholomew: Besitzen Sie heute interessante Autos?

Wyss: Nein, ich habe jetzt ein anderes Hobby und sammele Erfahrungen im Vollblüter-Handel. 2011 habe ich meine erstes, reinrassiges Pferd verkauft. Ich weite auch meine Öl-Malerei aus, deshalb müssen die Autos warten. Ich habe aber ein Auge auf einen Scheunenfund mit Rolls Royce aus den Fünfzigern geworfen. Aber ich will einfach erst mit dem Auto-Handel beginnen, wenn ich dazu auch wirklich in der Lage bin - die Strategie dazu finden sie in meinem Buch.

Bartholomew: Wann wird der nächste Band erscheinen?

Wyss: Im Frühjahr des Jahres 2014 . Er ist nun geschrieben, alle 50 Kapitel, aber es ist ein wenig wie beim Zeitfahren in Indy. Dort haben sie 33 Autos am Start, aber wenn ein weiterer Teilnehmer mit einer schnelleren Zeit kommt und die Qualifikationen noch nicht beendet sind, kann der Neuling die anderen aus der Startaufstellung schubsen. Auch wenn ich also 50 Kapitel fertig habe, können neuere Geschichten zusätzliche und interessante Informationen enthalten, so dass sie die im Band 2 enthaltenen Geschichten übertreffen können.

Bartholomew: Wie kann jemand erreichen, dass sein Auto in einem Ihrer nächsten Bücher erwähnt wird?

Wyss: Das ist möglich, aber nicht vergessen: das Auto muss einen ursprünglichen Listenpreis von mindestens $ 100.000 haben, und ich möchte außerdem, dass derjenige mir sagt, was er in etwa dafür bezahlt hat, als er ihn gefunden hat. Ohne das gibt es keine Geschichte, es sei denn, er hat sehr ungewöhnliche Wege beschritten, den Wagen zu finden. Dann kann er meinem Verleger seinen Fund in einem Brief beschreiben, aber er soll noch keine Bilder schicken, bis wir entschieden haben, ob das Auto Chancen hat, aufgenommen zu werden. Wir erwähnen auch gerne Unternehmen, die an der Restaurierung gearbeitet haben, deshalb sollten die Werkstattbesitzer und Mechaniker da draußen ihre Kunden fragen, ob sie ihr Auto nominieren wollen.

Bartholomew: Wo kann man Ihr Buch kaufen?

Wyss: Mein Verlag ist Enthusiast Books:

http://www.enthusiastbooks.com/

info@iconobooks.com

Die Telefonnummer ist 001 715 381-9755

Es gibt eine gebührenfreie Telefonnummer, die aber vermutlich nur innerhalb der USA funktioniert: 800 289-3504.

Die Postanschrift lautet: Iconografix, 1830A Hanley Street, Hudson WI 54016 USA

Ins Deutsche übersetzt von

Gert Meyer-Jüres

Volltextsuche

Ihre Suche

Events

zum Seitenanfangzum Seitenanfang