banner AvD
Banner des AVD - Automobilclub von Deutschland

26.10.2009

Morgan Plus 8, Teil 1

Am 16. Februar im Jahr 1968 war der Prototyp des ersten Morgan Plus 8 fahrbereit. Maurice Owen gilt als Schöpfer des Wagens unter der Regie von Firmenchef Peter Morgan. Nach nur zwei Prototypen ging der Plus 8 in Serie, die dennoch kaum an Kinderkrankheiten litt.

Ab April 1968 machte der von Buick stammende und bei Rover in Lizenz gebaute Achtzylindermotor mit dreieinhalb Litern Hubraum aus dem ohnehin nicht schwachbrüstigen Plus 4 einen kraftvollen Sportwagen erster Güte und voller Charakter. Kombiniert mit einer Fahrwerkstechnologie, die einem Oldtimer absolut angemessen ist und mit seiner kaum sichtbar veränderten Karosserie in traditioneller Bauweise, entstand eine veritable Automobil-Legende. Mit dem Plus 8 wurde Morgan weit über die Grenzen Großbritanniens hinaus bekannt. Gegenüber dem Plus 4 mussten wegen der höheren Fahrleistungen kräftigere Bremsen mit Servounterstützung eingebaut werden. Gleichfalls erforderte die stärkere und durstigere Maschine einen vergrößerten Benzinvorrat. Mit dem Plus 8 wurden bei Morgan erstmals auch eine Drehstromlichtmaschine, Doppelscheinwerfer und Warnblinker verbaut.

Ab 1969 wurde der Plus 8 zusätzlich als Linkslenker und auch mit Karosserie aus Aluminium angeboten. Der Einsatz des Leichtmetalls brachte 45 Kilogramm Gewichtsersparnis und verbesserte die Rostbeständigkeit, auch wenn weiterhin Stahlbleche verbaut wurden. Am Plus 8 änderte sich im Laufe der Jahre manches Detail: 1970 gab es geänderte Rückleuchten, 1971 wurde die Zweikreisbremsanlage eingeführt, 1972 musste das nicht weiter gebaute Moss-Getriebe (1. Gang unsynchronisiert) gegen eine Viergang-Box von Rover ausgetauscht werden. Letzteres machte Änderungen am Rahmen nötig. Im gleichen Jahr ging auch eine modifizierte Auspuffanlage mit flexiblen Rohren in Serie, die durch die Abschirmbleche der Kotflügel geführt wurden. 1973 wurde die Hinterachse und deren Übersetzung geändert - das senkte die Drehzahlen, verbesserte die Haltbarkeit und minderte den Verbrauch.

Die neue Achse war breiter, weshalb auch der Rahmen um fünf Zentimeter geweitet wurde. Mit vorn und hinten breiterer Spur lag der Plus 8 noch besser auf der Straße. 1975 wurde der Lightweight Plus 8 vorgestellt. Heck- und Seitenbleche aus Aluminium sparten Gewicht.

Im Laufe des Jahres 1976 erhielten die Plus 8 Räder mit 6 statt 5,5 Zoll Breite, die jedoch im Durchmesser von 15 auf 14 Zoll verkleinert waren. Erst 1982 wurde wieder auf 15-Zöller gewechselt, doch die Breite war auf 6,5 Zoll gewachsen. Gleichzeitig mussten Vergaser mit automatischem Choke verwendet werden, was zur Ablösung der S.U.-Vergaser führte und deren Hersteller nunmehr Stromberg hieß.

Technische Daten:

Achtzylinder V-Motor, 3528 cm³ Hubraum, Bohrung x Hub 89 x 71 mm, zwei Ventile pro Zylinder, obenliegende Nockenwellen, 184 PS bei 5200/min, Drehmoment 310 Nm bei 3000/min, Ölinhalt 5,7 Liter, Gemischaufbereitung mit Twin-SU-Vergaser HS 6, Verbrauch ca. 11,3 L/ 100 km, vier Scheibenbremsen, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, Tankinhalt 61 Liter, Leergewicht 850 kg, Bauzeit 1968- heute, Stückzahl: über 6000

In Teil 2 geht es weiter.

Lars Döhmann

Kommentieren Sie diesen Artikel.


Volltextsuche

Ihre Suche

Events

zum Seitenanfangzum Seitenanfang