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18.11.2009

Morgan Plus 8, Teil 2

In Teil 1 unseres Portraits wurden die ersten 15 Jahre Entwicklung des Plus 8 dargestellt. Was sich seit 1983 bei dem Klassiker alles getan hat, lesen Sie hier.

1983 wurde die Zahnstangenlenkung eingeführt, ab 1984 durfte der Einspritzmotor aus dem Rover Vitesse als Option gekauft werden (190 PS). Im Jahr 1986 konnte der Korrosionsschutz verbessert werden, es wurden Bauteile pulverbeschichtet statt lackiert und Acryllack löste den bisher verwendeten Zelluloselack ab. Mit vereinheitlichten Schrauben und Muttern, die verzinkt waren, wurden Kosten gespart und die Qualität verbessert. Die Armaturenbretter lieferte nun die Rockee Ltd. anstatt der eigenen Holzwerkstatt. Ab 1987 lieferte VDO die Instrumente, weil Smith dies nicht mehr konnte.

1990 bekam der Plus 8 den 3,9 Liter-Motor des Range Rover Vogue SE, der 190 PS bei 4750/min leistete. Im Folgejahr wurde die Hinterachse erneuert und mit Teleskop-Stoßdämpfern bestückt. Den Fahreigenschaften war dies sehr zuträglich.

Servounterstützte Vierkolben-Bremssättel vorn waren die wichtigste technische Neuerung im Jahr 1993. Als Getriebe wurde ab 1994 das Rover-Schaltwerk R-380 verwendet und die GKN-Hinterachse wurde durch das BTR-Hydrotrack-System abgelöst. Wasserbasierte Lacke, computergestütztes Design und 16-Zoll-Räder brachte das Jahr 1996 dem Plus 8. Maurice Owen musste aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gehen.

Ende der 90er wieder USA-Export

Mit geänderten Produktionsabläufen konnte Morgan die Effizienz der Produktion steigern. Sicherheitstechniken hielten Einzug in den Plus 8 – Änderungen an den Sitzen, Armaturenbrett (Airbag-tauglich), Seitenaufprallschutz, höhenverstellbare Lenksäule. Wahlweise wurde der 4,6 Liter Rover-Motor angeboten, der zwar nicht mehr Leistung aber ein höheres Drehmoment offerierte. 1998 konnte nach vielen Jahren erstmals wieder ein Plus 8 nach Amerika ausgeliefert werden. Möglich machte dies ein Vierlitermotor, der die Emissionsvorschriften erfüllte und über ein ebenfalls vorgeschriebenes Onboard-Diagnosesystem verfügte. Die EU-Zertifizierung für Morgan ermöglichte den Fahrzeug-Verkauf in der ganzen EU.

Der umweltfreundliche Vierliter-V8 von Rover ersetzte 2001 auch die beiden 3,9 und 4,6 Liter großen Maschinen. 2002 wurden 40 Sondermodelle des Plus 8 als „Le Mans 62“ in Erinnerung an den großartigen Klassensieg gebaut, sie waren innerhalb von zwei Tagen ausverkauft. Im April 2004 verließ der letzte gebaute Plus 8 das Werk in Malvern.

Wer heute einen alten Plus 8 sucht, sollte sich auf eine aufwendige und folglich teure Restaurierung einstellen - doch der Fahrspaß wird für manche Quälerei rasch entschädigen.

Technische Daten:

Achtzylinder V-Motor, 3528 cm³ Hubraum, Bohrung x Hub 89 x 71 mm, zwei Ventile pro Zylinder, obenliegende Nockenwellen, 184 PS bei 5200/min, Drehmoment 310 Nm bei 3000/min, Ölinhalt 5,7 Liter, Gemischaufbereitung mit Twin-SU-Vergaser HS 6, Verbrauch ca. 11,3 L/ 100 km, vier Scheibenbremsen, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, Tankinhalt 61 Liter, Leergewicht 850 kg, Bauzeit 1968- heute, Stückzahl: über 6000

Lars Döhmann

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