banner AvD
Banner des AVD - Automobilclub von Deutschland

22.06.2014

Neueröffnung Thiesen Hamburg

Umzug von Harvestehude nach Othmarschen

Eberhard Thiesen setzt auf die weiterhin positive Entwicklung des Oldtimermarktes: die Steigerung seines Geschäftsvolumens war derart positiv, dass die bisherigen Räume am Mtttelweg in Harvestehude, in denen früher einmal die C. F. Mirbach saß, endgültig zu eng wurden. Thiesen hat sich deshalb Anfang dieses Jahres entschlossen, seine Firma in die Hallen der ehemaligen Sternwollfabrik in der Griegstrasse 73, Hamburg-Othmarschen zu verlegen, deren Anfänge bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen. Nach aufwändiger Renovierung ist dort ein Oldtimer-Center entstanden, das nach dem Meilenwerk-Modell auch Zulieferbetriebe für die Oldtimer-Restauration beherbergt und genügend Platz für die weitere Expansion bietet. Nun sind auch ausreichend Parkplätze, die am Mittelweg meist fehlten, für Oldtimer-Interessierte vorhanden.

Zur Eröffnung hatte Thiesen zum 21.06.2014 rund 300 Kunden und Geschäftsfreunde eingeladen. Da man sich mit Begleitung anmelden durfte, sind tatsächlich mehr als die doppelte Anzahl erschienen, so neugierig waren alle auf die neuen Räumlichkeiten. Auch Prominenz war dabei wie der Star-Koch Horst Lichter oder der ehemalige Air Berlin Vorstand Wolfgang Kurth, der auch für unser Magazin Beiträge über seine Rallye-Teilnahmen schreibt. Außerdem betrieb Claus Mirbach - wie er selbst sagte - Konkurrenzbeobachtung und war vom neuen Standort unumwunden sehr angetan.

Bei der Begrüßungsrede schilderte Eberhard Thiesen die Anfänge seiner Tätigkeit. Nach Erfahrungen mit dem Handel von Edelstahl-Auspuffanlagen und LKW- Ersatzteilen entdeckte er die Chancen des Oldtimerhandels, als es ihm gelungen war, einem Nachbarn einen Mercedes 170 abzuschwätzen, den er in dessen Garage gesehen hatte. Nach etwas Aufpolieren ließ sich der Benz sehr gut weiterverkaufen, und Thiesen hatte ein neues Betätigungsfeld. Heute hat er allein in Hamburg ein 15 Personen starkes Team, das einzeln vorgestellt wurde. Dabei hörten wir auch, dass der langjährige Thiesen-Mitarbeiter Timm Meinrenken ab dem nächsten Jahr zum Partner in der KG berufen wird.
Besonders gefreut hat sich Eberhard Thiesen, dass seine älteste Tochter, die vor drei Jahren "für ein Jahr" in den Fernen Osten gegangen ist, um dort bei Sozialprojekten mit zu arbeiten, anläßlich der Eröffnungsfeier den Weg zurück nach Deutschland gefunden hat. Thiesen warb auch um Verständnis für das Hobby seiner männlichen Kunden bei deren Partnerinnen, die doch eigentlich froh sein könnten, wenn ihr Mann die Blech-Konturen eines alten Autos und nicht die einer anderen Frau streicheln würde!

In der Vor-Internet-Zeit reiste Thiesen auf der Suche nach "Scheunenfunden" durch die ganze Welt. Dabei hörte er u.a. von Karossen, die als Füllmaterial in einem Stausee versenkt worden waren, ließ sie aufspüren, heben und brachte sie nach Deutschland. Dazu zählte sogar ein Panzer, der zunächst unter Wasser zerlegt werden musste, bevor man ihn überhaupt bergen konnte. Mehrmals kam an der Grenze erst mal der Zoll mit Drogen-Spürhunden, denn niemand wollte Thiesen glauben, dass er "nur" für einen Haufen Blech so viel Geld bezahlt hatte.

Heute hat man Oldtimer als "erhaltenswertes Kulturgut" erkannt. Aber nicht nur die Autonarren interessieren sich dafür, sondern inzwischen auch Investoren, die nach dem Crash der Finanzmärkte lukrative Sachanlagen suchen und diese gerade bei Oldtimern finden. Bei jährlichen Wertsteigerungen von 7 bis 8 % für Durchschnitts-Oldies und über 30 % für höherwertige Oldtimer sind die Renditechancen deutlich höher als die für klassische Geldanlagen. Bei einem Diskontsatz von unter 1 % erreichen die noch nicht einmal einen Inflationsausgleich, sondern führen effektiv zu Vermögensverlusten. Außerdem machen Ausfahrten in antiken Fahrzeugen mehr Spaß als das bloße Betrachten von nüchternen Kontoauszügen.
Thiesen erwähnte aber auch, dass Vorkriegsfahrzeuge ihren Zenit bei der Wertentwicklung zuweilen schon überschritten haben und die Preise sogar wieder sinken, wenn es nicht ein aus zeitgeschichtlichen Gründen interessanter Typ ist. Die Besitzer sind oft in einem Alter, in dem sie körperlich nicht mehr die Kraft haben, um solche Gefährte zu bewegen, deshalb wollen sie sie oft abstoßen. Die Interessen von Käufern tendieren dagegen mehr zu komfortableren Sportwagen mit moderneren Fahreigenschaften.

Die Hallen der ehemaligen Sternwollfabrik waren natürlich mit exklusiven Exponaten gespickt, wie man sie bei Thiesen gewöhnt ist. Aber auch Besucher, die mit ihrem eigenen Oltimer anreisten, konnten diesen auf dem Gelände abstellen und bewundern lassen.
Die Gäste wurden mit Speisen des "Flying Buffet" und Getränken vorzüglich versorgt, am Barbecue bildete sich wegen des großen Andrangs sogar eine lange Schlange. Für die Kleinen war eine Hüpfburg und ein Tretauto-Parcours aufgebaut. Pünktlich um 21 Uhr wurde das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana auf Riesenbildschirmen, die von einem Mercedes 770 und einem Bentley eingerahmt wurden, präsentiert, so dass auch die Fußballfans nicht deswegen nach Hause gehen mussten. Diejenigen, denen es draußen zu frisch wurde, konnten das Spiel auch in einem Büro im Inneren der Halle verfolgen. Die Soul & Jazzband "Max and Friends" und DJ André Machon aus dem Hamburger "East" lockten die Gäste anschließend auf die Tanzfläche, um den Abend ausklingen zu lassen.

Der Quantensprung von Ebehard Thiesen bezüglich der Geschäftsräume ist sicherlich ein mutiger Schritt. In Anbetracht der überaus wachstumsträchtigen Prognosen für Oldtimer sind wir jedoch sicher, dass er richtig war und sich auszahlen wird. Wir wünschen der Firma Thiesen viel Glück und Erfolg und bedanken uns nochmals sehr herzlich für diesen wunderbaren Tag.


Gert Meyer-Jüres

Kommentieren Sie diesen Artikel.


Volltextsuche

Ihre Suche

Events

Charity-Ausfahrt am 05.05.2018

05.05.2018, Steigenberger Grandhotel Petersberg, Königswinter

zum Seitenanfangzum Seitenanfang