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25.03.2014

Oldtimer sind die beste Wertanlage!

Wert-Vervierfachung in den letzten 10 Jahren

Die Beratungsagentur Knight Frank hat Ende letzten Jahres einen "Luxury Investment Index" veröffentlicht. Danach haben Oldtimer in den letzten 10 Jahren ihren Wert vervierfacht und liegen damit sogar weit besser als Gold!

Nach dem Luxury Investment Index steigerten sich Luxusgüter im Vergleich zum FAZ Aktienindex, der auf 55% sank, auf stolze 174 %. Luxusgüter haben dabei noch meistens den Vorteil, dass man ihren Besitz auch optisch und haptisch genießen kann.

Die Ergebnisse für die letzten 10 Jahre (2003 = 100) im Einzelnen:

FAZ Aktienindex: 55 %

Antike Möbel: 80 %

Chinesische Keramik: 83 %

Uhren: 83 %

Schmuck: 146 %

Kunst: 174 %

Luxusgüter im Durchschnitt: 174 %

Wein: 182 %

Münzen: 225 %

Briefmarken: 255 %

Gold: 350 %

Oldtimer: 430 % %

(Quelle: FAZ v. 11.09.2013)

Bei Oldtimern ist allerdings zu berücksichtigen, dass sie nicht einfach stehen gelassen werden sollten, sondern gepflegt, bewegt, eventuell repariert und restauriert werden müssen, um die Wertsteigerung zu erfahren. Dafür bieten sie ihren Besitzern aber auch den Spaß und die Freude, ihre Wertanlage bei Ausfahrten und Rallyes gründlich zu genießen. Der DOX (Deutsche Oldtimer Index) stieg dafür aber auch 2012 zu 2011 um 4,2 %, 2013 zu 2012 sogar fast doppelt so stark um 8,1 %!

In der Beilage "Wirtschaft" zum Kölner Stadt-Anzeiger v. 04.07.2014 wird die Wertentwicklung von Oldtimern etwas relativiert: "Mal angenommen, ein junger, vermögender Geschäftsmann hätte sich im Jahre 1936 einen Mercedes 540 K Spezial-Roadster gekauft. Seinerzeit betrug der Anschaffungspreis 15.000 Reichsmark, also umgerechnet etwa 100.000 Euro. Dieser damals junge Mann (oder wahrscheinlich doch eher seine Erben) wären heute noch wesentlich vermögender, dennn eben jener Traum eines jeden Oldtimerfahrers wurde kürzlich für etwa 9 Millionen Euro versteigert. Das klingt zunächst einmal nach einem ungeheuren Wertzuwachs. Bemüht man jedoch die Zinsrechnung, so stellt sich heraus, dass diese Steigerung gerade einmal einem jährlichen Zinssatz von sechs Prozent entspricht, und hier sind die Unterhaltungskosten eines solchen Prachtexemplars noch nicht einmal mitgerechnet."

Und noch eine Tendenz ist zu bendenken, die auch als "Märklin-Effekt" bezeichnet wird: So lange es Sammler gibt, die als Kinder selbst noch z.B. mit Märklin-Eisenbahnen gespielt haben, steigen die Preise für die Produkte des inzwischen insolvent gewordenen Spielzeugherstellers. Aber diese Generation stirbt irgendwann aus. Und dann wachsen Leute nach, die noch nie eine Märklin-Eisenbahn in der Hand gehabt, sondern stattdessen z.B. mit "Carrera-Bahnen" Autorennen gespielt haben. Das birgt die Gefahr in sich, dass Märklin-Eisenbahnen vielleicht noch von Spielzeugmuseen, aber nicht mehr von Sammlern nachgefragt werden, was zu einem Preisverfall führen könnte. Diese Tendenz ist bei Vorkriegs-Oldtimern zu beobachten, deren hochbetagte Besitzer nicht mehr die Kraft haben, sie zu fahren und deshalb versuchen, sie zu verkaufen. Solche Angebote stoßen schon jetzt manchmal auf wenig Interesse. Daraus folgt die Konsequenz, dass man am besten in die Oldtimer investiert, die noch eine große Beliebtheit haben. Das sind Modelle, in denen die heutigen Interessenten und potenziellen Käufer als Kinder bei ihren Eltern oder Großeltern gesessen haben. Unter Wertzuwachs-Gesichtspunkten sollte man deshalb auch die eigene Sammlung bisweilen anpassen und aktualisieren.

Für den, der einen Oldtimer vor allem unter Wertzuwachs-Gesichtspunkten kauft, kommt es also darauf an, den richtigen Fahrzeugtyp auszusuchen. Die weiteren Erwartungen der Wertsteigerung sind durchaus positiv: "Die Zahl der Reichen auf der Welt steigt nun einmal kontinuierlich", wird Hanspeter Sauter, Leiter des Standorts Düsseldorf der Privatbank Julius Bär im Kölner Stadt-Anzeiger zitiert. "Und je mehr Vermögende es gibt, desto größer ist auch die Nachfrage nach Luxus, nach Seltenem, nach Einzigartigem. Eine besondere Nachfrage kommt dem Markt für historische Automobile zu. Denn: vermögende Personen aus den Schwellenländern sind hierin noch nicht richtig aktiv - beispielsweise die Chinesen aufgrund rechtlicher Vorschriften für alte Autos. Fallen diese Bestimmungen oder wird der Markt auch von diesen Personen entdeckt, wird dies die Preise für "Schnauferl" noch einmal deutlich in die Höhe treiben", prognostiziert Sauter. Die Privatbank Julius Bär ist deshalb seit vielen Jahren einer der Haupt-Sponsoren der Classic Days in Schloss Dyck, Jüchen bei Neuss und macht ihre Kunden so auf eine interessante Geldanlage aufmerksam.

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Die teuersten Oldtimer:

38,1 Mio. US$ (26,7 Mio. Euro) (2014): Ferrari 250 GTO Berlinetta Bj. 1962

31,1 Mio. US¢ (21,8 Mio. Euro) (2013): Silberpfeil W 196 Bj. 1954

27,5 Mio. US$ (2013): Ferrari 275 GTB/4S Nart Spyder Bj. 1967

16,4 Mio. US¢ (2011): Ferrari Testarossa Bj. 1957

12,2 Mio. US¢ (2009): Ferrari Testarossa Bj. 1957

11,7 Mio. US¢ (2012): Mercedes-Benz 540 K Spezial Roadster Bj. 1936

11,3 Mio. US$ (2012): Ferrari 250 GT California Spyder LWB Bj. 1960

11,0 Mio. US$ (2012): Ford GT40 Gulf/Mirage Bj. 1968

10,9 Mio. US$ (2008): Ferrari 250 GT California Spyder SWB Bj. 1961

10,3 Mio. US$ (2011): Duesenberg J Coupé Bj. 1931

9,7 Mio. US$ (1987): Bugatti Royale Kellner Coupé Bj. 1931

9,7 Mio. US¢ (2012): Mercedes-Benz 540 K Spezial Roadster BJ. 1937

2016 ist ein Ferrari 335 S Spider Scaglietti dabei, für einen Verkaufspreis von über 32 Mio. Euro der teuerste Oldtimer aller Zeiten zu werden. (Quelle: Artcurial Motorcars, Christian Martin)

Die beliebtesten Modelle (2013) in Deutschland

26.875: VW Käfer

7.103: Mercedes-Benz SL (R 107)

6.821: Mercedes-Benz "Strich 8"

5.921: Mercedes-Benz (W 123)

5.500: Porsche 911/912

4.965: Mercedes-Benz "Heckflosse"

4.096: Mercedes-Benz "Pagode"

3.593: VW Bus und Transporter

3.133: Opel Kadett

3.128: Mercedes-Benz (W 116)

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Wertentwicklung ausgewählter Fahrzeuge

2013 zu 2008 in %-> Typ -> Kaufpreis bei Auslieferung/2008/2013 in T€

+92,8% -> BMW 507 Bj. 1958 -> 13,5/389/750

+49,8% -> Mercedes 300 SL Bj.1954 -> 14,8/434/650

+44,2% -> Porsche 356 Speedster Bj. 1954 -> 6,2/104/150

+36,3% -> Audi quattro Bj. 1980 -> 25,6/22/30

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Haupt-Faktoren für die Wertsteigerung

- Matching Numbers (Zusammengehörige Seriennummern für Fahrgestell, Motor, Getriebe usw.)

- Geringe Produktionsmenge

- Komplette Dokumentation der Fahrzeughistorie

- Komplette Dokumentation der Reparaturen/Restaurierungen mit Belegen und Fotos

- Ungeschweißte Karosserie

- Originallack, möglichst gut erhalten

- Originales, aber trotz Patina gut erhaltenes Innenleben (Lederbezüge, Himmel, Armaturenbrett, Furniere)

- Aufbewahrte Altteile, um sie mit ersetzten vergleichen oder (nach Überholung) wieder austauschen zu können

- Prominente Vorbesitzer

- Originale Accessoirs wie Bordwerkzeug, Koffersets usw.

(Quelle: Handelsblatt v. 22.08.2013)

In den USA sind Anfang 2014 kurz nacheinander bei Auktionen zwei Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltürer) versteigert worden. Ein komplett und sorgfältig restaurierter für knapp 2 Mio. US$, kurze Zeit später ein nicht restaurierter und sogar ziemlich herunter gekommener für etwas über 2 Mio US$. Dies waren vielleicht extreme Einzelfälle, aber die Tendenz verstärkt sich, dass gut erhaltene, patinierte Fahrzeuge mit Original-Lack und -Interieur höher bewertet werden als Fahrzeuge, die aussehen, als hätten sie gerade das Herstellwerk verlassen. Patina ist eben nicht käuflich, sondern muss mühsam erworben und gepflegt werden, was eben seinen Preis hat!!!

Gert Meyer-Jüres

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