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02.04.2015

Retro Classics 2015

Ein Quantensprung!

Die Retro Classics 2015 in Stuttgart strahlte eine sehr positive, trotzdem gelassene und ruhige Stimmung aus. Das mochte an der Behäbigkeit der Schwaben oder auch der vielen Besucher aus der sehr Oldtimer-orientierten Schweiz liegen, es war aber ein sehr angenehmer Unterschied zur oft turbulenten Techno Classica in Essen spürbar. Keine Hektik, alle waren gut gelaunt und mit der Entwicklung des Oldtimer-Marktes offensichtlich sehr zufrieden.

Die Anordnung und Sauberkeit der Messehallen ist beispielhaft, ebenso (im Gegensatz zu Essen) die Beschilderung und Orientierungsmöglichkeit. Das Personal war stets sehr freundlich und hilfsbereit, das Publikum hob sich im Niveau von anderen Oldtimermessen deutlich nach oben ab. Auch in der eigenen Halle für private Angebote war alles sehr geordnet und übersichtlich. Stuttgart hat es geschafft, das Erschenungsbild der Messe der gehobenen Klasse der Exponate anzupassen, was längst nicht allen Oldtimermessen gelingt!

Es erstaunte zunächst etwas, dass die Retro Classics sich in Presse und Rundfunk als die „größte Oldtimermesse Europas" bezeichnete. Von der Ausstellungsfläche her hat sie 120.000 qm inzwischen mit Essen gleich gezogen, aber die Ausstelleranzahl lag mit 1.500 über der von Essen (2014: 1.250). Bei den Besucherzahlen wurden zwar in 2015 mit über 87.000 alle Erwartungen übertroffen, an Essen (2014: 190.000) kommt Stuttgart jedoch noch lange nicht heran - was für die Besucher selbst natürlich wegen des geringeren Gedränges durchaus nicht nachteilig ist. Entscheidend scheint also zu sein, nach welchen Kriterien das "größte" festgelegt wird. Wenn es dann die Ausstellerzahl ist, ist Stuttgart nicht nur die größte Oldtimermesse Europas, sondern wahrscheinlich sogar der ganzen Welt, denn das behauptete bisher die Techno Classica von sich!

Die gewaltige Präsenz von Mercedes-Benz (u.a. mit dem 500 K Autobahnkurier und dem 540 K Stromlinien-Coupé) war sicherlich dem Heimvorteil der Marke mit dem Stern geschuldet. Bei den Clubs waren wieder Porsche, BMW, Opel und Peugeot sehr gut vertreten. Ford trat fast nur mit US-Autos auf, Mazda mausert sich und bereitet ein eigenes Oldtimer-Museum auf privater Basis vor.

Der Preisentwicklung sind offenbar nach wie vor kaum Grenzen gesetzt. Mercedes-Benz 280 SE 3.5 Cabriolets, die vor zwei Jahren noch für ca. 250 T€ zu haben waren, lagen nun durchweg um 400 T€, teilweise auch schon darüber. Zwei waren zu diesem Preisniveau schon 2 Stunden nach Beginn der Messe verkauft, nur einer war noch mit 385 T€ ausgezeichnet (welche Macke mag der wohl haben?). HK Engineering hat wohl "vorsorglich eingekauft" und restauriert solche Autotypen auf Bestellung, und der Preis liegt laut Hans Kleissl "sicher in keinem Fall mehr unter 350 T€".
Für einen im letzten Jahr sehr aufwändig, aber nicht immer original restaurierten MB 300b (als 300c angeboten) Cabriolet D aus Mecklenburg-Vorpommern wurden nach 400 T€ in 2014 nun 455 T€ aufgerufen. Natürlich werden nicht immer die ausgewiesenen Preise bezahlt, sondern "Messe-Aufschläge" wieder herunter gehandelt, trotzdem zeigen solche Angebote meistens die Tendenz der weiteren Preisentwicklung dieses Typs.

Nicht nur für Besucher aus dem Süden ist die Retro Classics eine Reise wert, wie die gezeigten Fotos sehr seltener Oldtimertypen vielleicht verdeutlichen. Also schon mal im Terminkalender vormerken: die nächste Retro Classics findet vom 17. - 20.03.2016 in Stuttgart statt. Die im Bau befindliche Halle 10 wird dann wohl fertig sein und die Attraktivität der Messe nochmals steigern!

Gert Meyer-Jüres

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