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04.01.2010

Von Luzern nach Thun und zurück

Die Stadt Luzern am Vierwaldstättersee ist heute der Ausgangspunkt unserer Tour durch die Zentralschweiz. In Richtung Kriens brechen wir auf und erblicken am Hang das Schloss Schauensee, das die Bürger von Kriens durch einen Ankauf des Geländesvor der Überbauung der Region retteten. Überhaupt haben die Menschen in der Gegend es immer verstanden, deren natürlichen Reichtum zu bewahren. Daher werden wir auf unserer Fahrt durch die bergige Seenlandschaft der Zentralschweiz auch in den ungetrübten Genuss nahezu unberührter Landstriche kommen.

Am alten Schloss Schauensee vorbei rollen wir weiter in Richtung Sarner See. Die archaische Landschaft verführt uns zu einem ersten Halt in der Gemeinde Sarnen. Der See liegt in einem von der Urgewalt eiszeitlicher Gletscher ausgeschliffenen Tal, das vor uns im Blau der Berge und Grün der Pflanzen liegt. Von Sarnen aus spazieren wir ein kleines Stück am Seeufer entlang und vertiefen uns in der klaren Stimmung des Tals. Die kühle Luft hat all unsere Sinne geweckt, und wir steigen wieder in die Oldtimer, um die bergige Idylle weiter zu erkunden. Nachdem wir Lungern passiert haben, kommen wir über den Brüning Pass zu unserem nächsten Ziel, dem Brienzer See, welcher am Fuß des mächtigen Rothorns liegt.

Mit Dampf auf den Gipfel des Rothorns

Als Besucher von Brienz hat man fast nur Augen für die imposanten Steigungen des Rothorns. Auch wir können uns dem Gipfelwunsch nicht entziehen – noch weniger, da der Weg hinauf echte Technikromantik verspricht. In Richtung Gipfel verkehrt seit 1892 die Brienz-Rothorn-Bahn. Während der ratternden Auffahrt begeistert uns die eine von weltweit nur noch zwei betriebenen Dampf-Zahnradbahnen mit ihrer nostalgischen, aber zuverlässigen Technik. Oben angelangt blicken wir auf die thronenden Gipfel der Berner Hochalpen. Dank der exponierten Lage des Rothorns hat man von dort oben aus einen fantastischen Blick auf die Höhenzüge von Eiger, Mönch, Jungfrau und Blüemlisalp. Das Rothorn hat aber noch mehr zu bieten: Aufgrund der Nähe zum Jagdbanngebiet Augstmatthorn kann man hier eine Vielzahl von Steinböcken beobachten. Die eleganten Bergbewohner sind nicht nur geschickte Kletterer, sondern sie verdeutlichen eindrücklich, wie man die montane Bergregion als Lebensraum nutzen kann.

Brienz und Thun - Seeparadise zwischen hohen Gipfeln

Die Bergidylle hat uns lange auf dem Rothorn verweilen lassen. Wieder unten angekommen, macht sich daher ein starkes Hungergefühl bemerkbar. Im Grandhotel Giessbach in Brienz, dessen Restaurant „Le Tapis Rouge“ als eines der führenden Häuser der Gegend gilt, können wir diesem hochklassig entgegen wirken. Die Speisen und Getränke wissen auch uns zu begeistern, und so brechen wir gut gelaunt und gestärkt wieder auf. Die nächsten 50 km unserer Tour führen uns am malerischen Nordufer des Brienzer Sees entlang. Kaum haben wir dieses Gewässer verlassen, erreichen wir auch schon die nächste Perle dieser alpinen Seenlandschaft: den Thunsee.

Leider fehlen dem Tag einige Stunden, so dass wir uns den Thunsee und das Städtchen Thun an seinem Ufer für das nächste Mal aufheben müssen. Schade, denn die Stadt ist für ihren hohen Erholungswert bekannt. Thun lassen wir zügig hinter uns, denn wir haben noch einen kulinarischen Höhepunkt auf der Landkarte ausgemacht.

Wir folgen der B 6 bis nach Zäziwil und begeben uns auf die 30 km Strecke nach Langnau, wo wir noch eine kleine Pause einlegen wollen. Mittlerweile bewegen wir uns durch das Emmental, und auch Langnau im Emmental führt diesen Namenszusatz ganz bewusst. Es dürfte also klar sein, welche kulinarische Spezialität hier schon seit Jahrhunderten hergestellt wird. Über eine der wunderschönen, noch erhaltenen gedeckten Holzbrücken erreichen wir das kleine Dorf. Rings um den Marktplatz stehen alte, herrschaftliche Bauernhäuser und Schänken. Bis zum Abend schlendern wir durch das Dorf, kehren ein und lassen uns die traditionellen Käsespezialitäten schmecken. Nach dieser Kostprobe nehmen wir die Fahrt wieder auf und legen die verbliebenen 60 km bis nach Luzern zurück.

Fazit: Vier Seen haben wir vom Fenster des Oldtimers oder vom Ufer aus bestaunen können. Dazu gesellt sich mit dem Gipfelbesuch auf dem Rothorn ein wahrhaftig grenzenloses Highlight. Die knapp über 200 km lange Tour durch die Zentralschweiz, deren Bewohner von je her bedacht darauf sind, die natürliche Schönheit von Berg und Tal zu wahren, kann nur als Naturerlebnis erster Güte beschrieben werden. Natur pur für alle Naturfreunde oder diejenigen, die es nach dieser Tour sein werden.

Ihre Tour auf einen Blick:

Michael Wahl

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