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29.03.2010

Zu Besuch bei Ötzi...

Als Hauptquartier für unsere Südtirol-Tour haben wir das Hotel Elephant in Brixen gewählt. Von Leonte-Santa Elisabetta aus fahren wir über die SS49 in nordöstlicher Richtung nach Rio di Pusteria. Vorbei an Chienes erreichen wir nach ca. 30 km Bruneck.

Links und rechts der Piste passieren wir kleine Ortschaften, wie sie für Südtirol typisch sind. Im Hintergrund schimmert stets das Blau der Berge – nördlich sind die Gipfel der Alpen zu sehen und im Süden liegen die Dolomiten. Die sonnenbeschienenen Kirchtürme der beschaulichen Dörfer verlieren ihre eigentliche Größe vor den grauweißen Riesen aus Eis und Stein. Die majestätischen Felsformationen und schneeweißen Gipfel erinnern uns daran, dass die Natur als Baumeister noch immer die unbeschreiblichsten und schönsten Werke formt. Unsere Rundfahrt durch das Pustertal führt uns bis nach Olang, wo wir nach Osten in Richtung Brixen abbiegen. Dabei kommen wir erst an Marebbe vorbei, lassen dieses aber genau wie Brixen „rechts liegen“, um uns auf direktem Wege nach Bozen zu begeben.

Bozen – die Stadt der Schlösser

Mitten in der ursprünglichen, unberührten Natur liegt Bozen vor uns. Bozen ist die Hauptstadt Südtirols und neben dem politischen auch der kulturelle Mittelpunkt dieser autonomen Region Italiens. In und um Bozen haben die hohen Herren der vergangenen Jahrhunderte ein märchenhaftes Schlösserparadies erbaut. Bozen selbst ist damals wie heute ein Handelszentrum. Unzählige Boutiquen, bunte Märkte und Gourmetgeschäfte laden zum bummeln und schlendern ein. Wie ein Reisender im Mittelalter fühlt man sich, wenn man die „Lauben“ betritt. Die gotischen Arkaden mit dem farbenfrohen Obstmarkt sind bis heute das Einkaufszentrum der Stadt.

Nach einem Bummel voller Eindrücke wenden wir uns der Hauptattraktion Bozens zu: seinem ältesten Einwohner. Ötzi ist 5.300 Jahre alt. Der Mann aus dem Eis war verunglückt und Jahrtausende im Gletschereis konserviert, bis er von Spaziergängern entdeckt wurde. Er hat nunmehr im Südtiroler Archäologiemuseum eine neue Heimat gefunden. Ötzi gehört zu den ältesten Mumien der Welt. An ihm konnten Wissenschaftler erstmalig Untersuchungen an einem Menschen aus der Steinzeit durchführen.

Nachdem wir einige Zeit im Museum verbracht haben, wollen wir uns nun noch zu einem späten Mittagessen niederlassen. Die Küche des uns empfohlenen Oca Bianca hat glücklicherweise noch geöffnet, so dass wir in den Genuss ganz hervorragender Lamm-Thymian-Rippchen kommen. Auch das Casa di Torchio wäre eine gute Wahl gewesen. Die Speisen dort scheinen so erlesen so sein, dass sich eine Reservierung dringend empfiehlt.

Sarntal und Pfitschtal

Über Sarentino legen wir die insgesamt 65 km in nördlicher Richtung bis nach Sterzing zurück. Die sympathische Kleinstadt weist von Charakter und Stil her große Gemeinsamkeiten mit Bozen auf, verfügt aber gerade mal über 5% der Einwohnerzahl. Unser Weg führt und durch die verschiedenen Täler Südtirols – das Sarntal und das Pfitschtal betrachten wir von unserem Oldtimer aus. Über Jahrhunderte haben die Menschen hier ihre eigene Identität gelebt, und so sind typische Dialekte und Traditionen bis heute erhalten geblieben, auch wenn diese von Tal zu Tal bisweilen sehr unterschiedlich sein können.

Langsam legt sich der kühle Abend in die Niederungen der Täler, und für uns wird es Zeit, die restlichen 50 km unserer Tour in Angriff zu nehmen. Eine ruhige Fahrt durch stille Täler geleitet uns wohlbehalten zurück zu unserem Hotel, dem Elephant in Brixen.

Fazit: Über 250 km ist diese Tour durch Südtirol lang. Inmitten der montanen Bergregion sorgen gut ausgebaute Pisten für ein absolutes Fahrvergnügen. Allerdings ist bei oft kurviger Straßenlage schon ein gewisses Fahrtalent von Nöten. Der Besuch in Bozen hat uns nicht nur die heutige Schönheit der Region vor Augen geführt, sondern dank Ötzi haben wir auch einen Blick ganz weit zurück in unsere eigene Geschichte geworfen. Die atemberaubende Natur der Berge und Täler Südtirols macht diese Rundfahrt zu einem Höhenerlebnis auf vier Rädern.

Ihre Tour auf einen Blick:

Michael Wahl

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